Markus Kröll

null

Kröll Feed

Markus's Details

Info Markus

null

Mit knapp einem Vierteljahrhundert Lauferfahrung auf Wettbewerbsniveau kann der 37-Jährige auf einen wahren Fundus an Wissen und Erkenntnissen zurückgreifen. Im Vorjahr von Verletzungen zurückgeworfen blickt Markus Kröll dennoch immer nach vorne und rennt nach wie vor so, als ginge es um sein Leben. 2010 holt er zum wahrscheinlich finalen Gipfelsturm aus.

Was insofern beachtlich ist, da der Österreicher der einzige im Spitzenfeld ist, der als Restaurator und Lüftlmaler Beruf und Sport unter einen Hut bringen muss. Warum es trotz „Doppelbelastung“ so phantastisch lief und läuft begründet der ehemalige Junioren-Weltmeister mit einer Umstellung im Training und wesentlich konsequenterer Vorbereitung. „Seit der Zusammenarbeit mit Dr. Pansold im Trainingscenter Thalgau hat sich einiges verändert, das Training ist effizienter geworden, ich habe meine Ernährung umgestellt und bin auch im Kopf stärker geworden.“ Den Schlüssel zum Erfolg sieht Kröll vor allem in der Konstanz. Und die legte er in den vergangenen Jahren eindrucksvoll und auf stets hohem Niveau zu Tage: seit 2003 behauptet er sich in den Top Ten der internationalen Berglaufelite. Selbst 2009, als schon das erste Rennen der Saison von Schmerzen im Bein geprägt war und sich so gar keine Besserung am Horizont abzeichnete. Zum Ende hin wieder erstarkt, reicht es zum fünften Weltcupgesamtrang. „Eine schmerzvolle Saison – zuerst das Bein, dann die Zähne – und dennoch die wichtigste für mich. Menschlich hab ich enorm viel dazu gelernt, gesehen, wer wirklich zu mir steht und jetzt kann ich umso stärker zurückkehren!“

Markus Kröll ist geradlinig, auch im Umgang mit sich selbst. Deshalb verwundert es nicht, dass er von sich behauptet unausstehlich zu werden, sobald er körperlich nicht voll ausgelastet ist. Aus dem gleichen Grund umfasst eine Trainingseinheit im heimischen Zillertal schon mal eine 20 Kilometer lange Anfahrt mit dem Rad von 600hm auf 1.800hm hinauf; gefolgt vom eigentlichen Lauftraining: zwei Stunden über welliges Gelände auf bis zu 2.300 Höhenmeter, oftmals über die italienische Grenze: „Die Bedingungen sind hier sehr ähnlich wie in St. Moritz (CH), nur nicht so teuer.“ Dass er dabei direkt vor seiner Haustür wegfahren kann, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Besagte Haustür befindet sich seit nunmehr zehn Jahren in Mayrhofen, dort wo das Tal endet und fortan Berge den Ton angeben. Mit zwei Damen gibt er sich dort die Klinke in die Hand, Freundin Iris und Töchterchen Elena, das sich den Geburtstag mit Papa Markus teilt und immer 31 Kerzen weniger auszublasen hat. „Mein schönstes Geburtstagsgeschenk“, schwärmt der Herr im Haus, „diese beiden Damen sind das Wichtigste in meinem Leben. Sie geben mir Rückhalt und immer wieder die nötige Energie für den Wettkampf und den ruhenden Ausgleich danach!“

Zweifacher Österreichischer Meister, 14-facher Österreichischer Meister in der Mannschaft, 32-facher Tiroler Meister, 4-facher Steirischer Meister und 7-facher Red Bull Dolomitenmannsieger, Juniorenwelt- und Vizeweltmeister, Mannschaftssilber bei der ersten offiziellen Berglauf EM – nur ein kleiner Auszug aus der Kröll‘schen Titelsammlung. Für seine 24. Saison hat sich der gebürtige Eisenstädter vorgenommen, es lockerer anzugehen; soll nicht heißen, halbherzig oder weniger motiviert. „Ganz im Gegenteil“, setzt Markus Kröll nach, „seit ich weiß, dass das eventuell meine letzte Saison sein könnte, will ich umso mehr zeigen, was ich drauf hab. International und national noch einmal so richtig durchstarten, weil die Altersklasse tu ich mir sicher nicht an. Da geht’s heißer her als im Weltcup.“ So muss zum Beispiel das Triple her, der dritte Sieg bei der Österreichischen Berglaufmeisterschaft, schließlich sollen alle wissen „wer der Chef im Haus ist!“ Klingt nach Kampfansage und gar nicht nach Aufhören.

www.markus-kroell.com