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Das Jahr 1996 war ein entscheidender Moment im Leben des Thomas Morgenstern. Der hervorragende Skifahrer nutzte schon als Kind jede Pistenunebenheit für einen kleinen Sprung, sorgte mit seinem "Fluggefühl" für staunende Blicke. "Auf der Sprungschanze in Villach fuhr ich dann erstmals über einen Schanzentisch. Ich kann mich noch gut erinnern, auch wenn der Sprung nicht wirklich weit war", lacht Morgenstern über seine ersten Erfahrungen mit den Sprungskiern.
Das Ziel, ein großer Skispringer zu werden, wuchs schnell in Thomas’ Gedanken heran. Der Jungspund tauschte seine Fußballschuhe gegen die Sprunglatten und verbrachte nahezu seine gesamte Freizeit am Schanzengelände - seine große Leidenschaft wurde zum Beruf. Eine Entscheidung die sich bezahlt machte. Auf den Doppel-Weltmeistertitel bei der Junioren WM 2003 folgte im selben Jahr der Durchbruch im Skisprung-Weltcup. Das 65-Kilo-Bürscherl sicherte sich mit zarten 16 Jahren in Liberec seinen ersten Weltcup-Sieg. "Das war gemeinsam mit den Olympischen Spielen in Turin der emotionalste Moment in meinem Leben und der Beweis, dass sich die vielen Trainingseinheiten ausgezahlt haben", erinnert sich der Pizza-Liebhaber der folglich in der Mannschaft Gold bei der Junioren-WM 2004 holte, bei der Skiflug-WM 2004 an der Bronze im Teamwettbewerb beteiligt war und 2005 mit dem 3. Platz bei der Vierschanzen-Tournee sowie dem Doppel-Weltmeistertitel im Teamspringen aufzeigte.
Für das Olympiajahr so Einiges vorgenommen, prallte jeglicher Druck am Sprunganzug ab und landete schlussendlich die Konkurrenz am Boden der Tatsachen. Morgenstern fuhr zu den Olympischen Spielen nach Turin, Sprang vier Mal von der Schanze und sicherte sich damit zwei Goldmedaillen. "Ich war einfach sehr gut in Form. Olympia zu gewinnen ist der Traum eines jeden Sportlers", erklärt Morgenstern und erinnert sich gerne an Freundin Kristina und den Fanclub, die sich noch im Stadion als Gratulanten betätigten.
Aus den sensationellen Anfangserfolgen wurde ein wahrer Höhenflug, der 2007/08 im überlegenen Sieg des Gesamt-Weltcups endete. Die Ziele gehen dem Kärntner dennoch nicht aus, Begriffe wie Olympia, Weltmeisterschaft und Vierschanzen-Tournee finden Platz auf der Wunschliste. Auch wenn die darauffolgenden Saisonen für den ehrgeizigen Kärntner nicht ganz nach Plan verliefen, so kann von einem Sturzflug keine Rede sein: Mit zwei Goldmedaillen (Olympia, WM) und einigen Weltcup-Siegen und Podestplätzen geht der Weg in die richtige Richtung. Außerdem ist der junge Überflieger auch als Mensch gereift: "Ich habe gelernt auch mit schlechten Phasen umzugehen. Nur so kann ich wachsen und noch stärker an die Spitze zurückkehren."
Fast bescheiden klingen die Ziele für die Saison 2010/11: „Zu den Highlights gehören natürlich der Gesamt-Weltcup, die Vier-Schanzen-Tournee und die WM. Aber viel wichtiger ist es mir mit Freude und Leidenschaft zu springen, mich sportlich und privat weiter zu entwickeln und meinen eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Wenn ich hart an mir arbeite und gleichzeitig Spaß daran habe, dann kommt der Erfolg von selbst.“
Noch während seiner aktiven Karriere büffelt der Überflieger für die Zeit danach. Im Herbst 2008 schloss der die Ausbildung zum Piloten ab. 2012 folgte der Hubschrauber-Führerschein. "Es war schon lange ein Wunsch von mir, den ich mir jetzt erfüllt habe." Der begeisterte Motorsportler erfühlte sich im selben Jahr einen zweiten Traum. ImEin zweiten Traum Im Rahmen des DTM-Wochenendes in Spielberg durfte der Kärntner Überflieger unter Anleitung von David Coulthard im RB7 einige Showrunden drehen: „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ein Traum ist für mich in Erfüllung gegangen!“