Gregor Schlierenzauer

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Der erste Weltcupsieg mit 16 Jahren im erst dritten Weltcupspringen – Gregor Schlierenzauer hat einen wahren Blitzstart hingelegt. Und mit 13 Weltcupsiegen, dem Triumph im Skiflug-Weltcup und dem Gesamtsieg im Weltcup mit Rekordpunkteanzahl in der Saison 2008/09 gleich noch mal nachgesetzt. Im Jahr darauf hat sich der junge Mann aus Fulpmes in Tirol zum bisher erfolgreichsten Skispringer des Landes geflogen und sich gleich dreifach mit Olympischem Edelmetall bestückt. Nach wie vor hungrig nach Erfolgen will es der Überflieger auch in dieser Saison wissen.

 

Mit beachtlichen Erfolgen wie dem Juniorenweltmeistertitel im Einzel- und Teambewerb im Februar 2006 machte Gregor Schlierenzauer schon vor dem Start seiner ersten Weltcupsaison von sich reden. Dennoch – ahnen konnte niemand, dass der junge Tiroler so bald das oberste Treppchen des Podiums erklimmen würde. Im norwegischen Lillehammer schlug schließlich seine erste, von mittlerweile vielen, Sternstunden: Erster Weltcupsieg mit 16 Jahren! Und mit einem, in diesem Falle zwei Sätzen, hatte sich Schlierenzauer in die Liste ganz Großer á la Steve Collins (CAN), Toni Nieminen, Janne Ahonen (beide FIN), Primoz Peterka (SLO) oder Thomas Morgenstern (AUT) eingetragen. Die bisher jüngsten Sieger im Skisprungweltcup.

Schon in den vorangegangenen Saisonen holte der jeweilige Gewinner des Sommer-Grand-Prix im folgenden Winter den Gesamtweltcupsieg. 2008 entschied der Fulpmer die Sommerbewerbe für sich und kündigte daraufhin vollmundig, aber keineswegs unverschämt an, dass er diese Tradition fortführen wolle: „Wenn ich weiterhin konstant springe, kann ich sicherlich im Gesamtweltcup ein Wörtchen mitreden.“ Und er hat sein Wort gehalten: 13 Weltcupsiege in einer Saison und damit auch Gesamtsieger im Weltcup. Die Konkurrenz hat nicht geschlafen, aber Schlierenzauer konnte in der Saison 2008/09 eindrucksvoll beweisen, dass er den Beinamen „König der Lüfte“ verdienterweise erhalten hatte.

Erfolg fliegt

Wer dachte, Schlierenzauer würde nach dem kometenhaften Aufstieg auch abseits der Sprungschanzen abheben, irrte schwer. Der Jungadler blieb emotional am Boden, legte lediglich an Körpergewicht und Marktwert zu. Selbst die himmelhochjauchzenden Meldungen in den Gazetten und Rundfunksendern, selbst die Tausenden Autogrammwünsche seiner rasant gewachsenen Fangemeinde, und nicht einmal die Hundertschaften von Liebesbriefen brachten den mittlerweile 40-fachen Weltcupsieger aus der Ruhe. Bescheidenheit ist seine Zier.

Akribisch drucklos

Die Vorbilder waren und sind dieselben: Thomas Morgenstern („Der war auch schon erfolgreich, als er jung war!“) Janne Ahonen und Andreas Goldberger. Erfolgreiche Sportler, an denen man sich orientieren könne – dennoch hat der mehrfache Skiflugweltmeister nur eines im Sinne: seinen eigenen Weg zu beschreiten.

Entscheidungen trifft er mit viel Feingefühl und Akribie. Auf dem Weg zum Olymp überließ er im vergangenen Winter nichts dem Zufall. Druck machte er sich trotzdem keinen: „Wenn’s läuft, dann läuft’s!“ Er muss es wissen – ist er doch seit dem zarten Alter von neun Jahren süchtig nach den langen Latten. Süchtig nach dem „Grundbedürfnis“ Skispringen.

Für seine ersten Olympischen Spiele im Jahr 2010 hatte sich der Stubaitaler die Ziele gewohnt hoch gesteckt, die Generalprobe im Winter davor entschied er souverän für sich: „Der Olympiasieg ist mein Kindheitstraum, aber damit er sich erfüllt, muss einfach alles zusammenspielen. Sicher, es ist ein gutes Gefühl zu wissen, auf der Schanze schon gewonnen zu haben, kaufen kann ich mir jedoch nichts davon. Die Karten werden jedes Jahr neu gemischt, auf Vergangenem darf man sich nicht ausruhen.“ Ganz Tiroler, hält er nichts von Plattitüden, ruhte sich nicht am Erfolg vergangener Tage aus und holte sich in Vancouver mit der Mannschaft nach zwei bronzenen Einzelmedaillen zum krönenden Abschluss die Goldmedaille. Mit dem Sieg bei der 4Schanzen-Tournee 2011/12 hat sich Gregor den nächsten Bubentraum erfüllt, jetzt warten eine neue Verpackung und das vorolympische Geplänkel.

Fulltimejob erfolgreicher Skispringer? Im konkreten Beispiel sicherlich mehr als der Fall; doch ruhig sitzen und auf der faulen Haut liegen ist nichts für den Lieblingsschwiegersohn einer ganzen Nation an Müttern. Also vertreibt sich „Schlieri“ seine skisprungfreie Zeit seit einem knappen Jahr mit dem Entwerfen einer eigenen Bekleidungslinie – GS Apparel Collection bedeutet Gregor Schlierenzauer zum Anziehen und umfasst derzeit T-Shirts, Hoodies, Jacken und stylische Kopfbedeckung. Ansicht und Bestellung erfolgt online über www.gregorschlierenzauer.at.

Damit nicht genug. Darüber hinaus vertreibt sich der Rockstar unter den Skispringern seine wertvolle Zeit mit einem scharfsinnigen Blick auf die kleinen Dinge des Lebens. Gregor Schlierenzauer hält mit seiner Kamera Momente und Ausschnitte seines Lebens fest. Dass er dabei beinahe auf jegliche Technik verzichtet und die Qualität seiner Bilder trotzdem weit über jene von Urlaubserinnerungen hinausgeht, präsentierte er zwei Fotoausstellung seiner ersten „Snapshot“ und "Stille Momente". Während der Skisprungsaison wird er wieder viel nur scheinbar Unwichtiges fotografisch festhalten und als visuelles Tagebuch auf seiner Webseite dokumentieren.

Titel, Siege, Rekorde – Gregor Schlierenzauer hat innerhalb kürzester Zeit jede Menge davon gesammelt. Gesättigt fühlt er sich aber noch lange nicht, hat man in jungen Jahren doch immer Lust auf mehr....


www.gregorschlierenzauer.at