Hiroshi Aoyama wechselt als 250cc-Weltmeister in die MotoGP. Was ihn besonders stolz macht, was er lernen muss und warum er von Valentino Rossi träumt, verrät der 28-jährige Japaner im Interview.
Hiro, wie fühlt man sich als Weltmeister – als 61. und letzter in der Geschichte der 250cc-Klasse?
Es ist irgendwie ein komisches Gefühl … Mit fünf bin ich das erste Mal auf einem Motorrad gesessen, seit damals habe ich davon geträumt, Weltmeister zu werden. Und jetzt, 23 Jahre später, habe ich es tatsächlich geschafft und bin natürlich unglaublich glücklich darüber.
Hast du den WM-Titel ordentlich gefeiert?
Klar, gleich nach dem Rennen – mit meinem gesamten Team. Wir haben die ganze Nacht durchgefeiert.
Du bist bestimmt mit Gratulationen aus aller Welt überhäuft worden. Worüber hast du dich ganz besonders gefreut?
Über die Glückwünsche von Yukio Hatoyama. Vom japanischen Premierminister einen persönlichen Brief zu bekommen, passiert ja nicht alle Tage … Das macht mich schon wahnsinnig stolz.
Gleich nach dem Saisonfinale ging es in Valencia mit ersten MotoGP-Testfahrten für die nächste Saison weiter. Wie verlief deine erste Ausfahrt mit der Honda RC212V?
Na ja, es war eine völlig neue Erfahrung für mich, deshalb hab’ ich meine ersten Runden besonders vorsichtig absolviert. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht.
Ist der Unterschied zwischen der 250cc-Klasse und der MotoGP tatsächlich so groß?
Ja, das ist wirklich erstaunlich. Die Bikes unterscheiden sich in jeder Hinsicht: Das MotoGP-Bike ist natürlich um einiges schwerer und stärker, aber vor allem was das Bremsen betrifft, bewegt man sich im Vergleich zur 250cc-Klasse in einer völlig anderen Welt. Daran muss ich mich erst gewöhnen.
Klingt nach einer großen Herausforderung für dich …
Das kann man wohl sagen. Ich muss mein neues Arbeitsgerät erst mal genau studieren, das richtige Gefühl dafür entwickeln und lernen, wie die Bremsen funktionieren. Erst dann kann ich mich der eigentlichen Hauptaufgabe widmen: Schritt für Schritt das Maximum aus dem Bike herauszuholen.
Mit den meisten MotoGP-Piloten, wie Dani Pedrosa, Casey Stoner oder Jorge Lorenzo, hast du dich bereits in der 250cc-Klasse duelliert. Gibt es eigentlich jemanden, gegen den du noch nicht gefahren bist?
Ja, zum Beispiel Valentino Rossi. Und ich freue mich schon sehr darauf, mich mit ihm zu messen. Sollte ich ihn schlagen, geht wieder ein Traum in Erfüllung …
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