Stefan Glowacz (c) Klaus Fengler

Der deutsche Extremkletterer Stefan Glowacz bezwang im Juli die schwerste Big-Wall-Freikletterroute Brasiliens. Und das, obwohl selbst erfahrene Kletterer die steilsten Wandabbrüche der Piedra Riscada für unkletterbar hielten.

Es ist der größte Monolith Südamerikas. Ein Stein, der aus einem Stück besteht. Mächtig erhebt sich der Piedra Riscada aus den Tälern von Minas Gerais in Brasilien und überragt die umliegenden Granitdome der Region um ein Vielfaches. Senkrecht und überhängend ragen die Wände bis zu 1.200 Meter in den brasilianischen Himmel.

Was selbst erfahrene Kletterer für unmöglich hielten, hat Stefan Glowacz aus Deutschland geschafft. Zusammen mit seinem Landsmann Holger Heuber, dem Brasilianer Edemilson Padiha, dem Argentinier Horacio Gratton und dem deutschen Fotografen Klaus Fengler gelang ihm zwischen dem 8. und 20. Juli die Erstbegehung im steilsten Wandabschnitt des Piedra Riscada. Zehn Tage benötigten Stefan Glowacz und sein Team, um dieses 800 Meter hohe Bollwerk frei zu klettern.

Vier Nächte verbrachte das Team in der Wand, die restliche Zeit kehrten sie an fixierten Seilen ins Lager zurück. Nach 18 Seillängen bis zum neunten Schwierigkeitsgrad standen sie auf dem Gipfel. Das Team taufte diese Big-Wall-Freikletterroute auf den Namen „The place of happiness“. Sie ist die schwierigste und anspruchsvollste in Brasilien. „Das größte Problem war der extrem kompakte Fels“, meinte Stefan Glowacz. „Wir konnten bis auf zwei Seillängen nur Bohrhaken zum Absichern einsetzen. Das war sehr mühsam und zeitaufwändig.“

Bereits im November und Dezember wird Stefan Glowacz nach Südamerika zurückkehren. Zusammen mit dem Argentinier Horacio Gratton hat er ein neues Ziel in Patagonien.

 


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