Rechtzeitig vorm österreichischen Red Bull Street Style Qualifier verrät Titelverteidiger Faruk Onmaz, wie man der beste Ballkünstler des Landes wird.
In Argentinien wird Lionel Messi blaß vor Neid. In Deutschland kürte Lukas Podolski höchstselbst den WM-Starter. Und in Österreich gilt einer als Favorit, der sich schon bei der letzten Weltmeisterschaft im Freestyle-Fußball (2008 in Sao Paulo) bis ins Achtelfinale gegaberlt hat: Faruk Onmaz (20) aus Pottendorf (NÖ) kämpft am 6. Februar beim österreichischen Qualifikations-Event in Wien um ein Ticket nach Kapstadt. Dort steigt am 15. und 16. April das Weltfinale im Red Bull Street Style 2010. Mit Meister-Tricksern aus über 50 Nationen.
Faruk, welche Fähigkeiten muss man unbedingt mitbringen, um Freestyle Soccer überhaupt ausüben zu können?
Na ja, Gaberln sollte man schon können – zumindest mit dem Fuß. Und Geduld ist gefragt, ganz, ganz viel Geduld …
Daran scheitern wohl die Meisten, die sich im Freestyle Soccer versuchen.
Ja, stimmt. Ich kenne mittlerweile viele Jungs, die den einen oder anderen Trick probiert haben, aber die meisten haben bereits nach kurzer Zeit wieder aufgegeben, weil er natürlich nicht sofort gelungen ist. Auch ich habe schon mal zwei bis drei Monate trainiert, bis ein Trick endlich geklappt hat.
Welche Tricks sind für Einsteiger am leichtesten zu lernen?
Das Gaberln ist wie gesagt die Basis. Wenn man das Gaberln mit den Füßen einigermaßen beherrscht, dann kann man auch mal den Oberschenkel, die Brust oder den Kopf mit einbauen. Und so ergibt das eine das andere … Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Beim Red Bull Street Style wird ja mit einem eigenen Ball getrickst, der dem herkömmlichen Fußball sehr ähnlich ist. Braucht ein Anfänger diesen speziellen Street Style-Ball?
Nein, überhaupt nicht. Ich trainiere zum Beispiel auch lieber mit einem ganz normalen Fußball.
Worin liegt der Unterschied zwischen den beiden Bällen?
Der Street Style-Ball ist etwas kleiner und leichter. Im Gegensatz zu einem Fußball hat er nicht die Größe 5, sondern nur 4,5. Aber der kleinere Ball ist für Einsteiger sicher kein Nachteil: Meistens sind die Tricks damit nämlich leichter.
Welche Schuhe eignen sich am besten zum Tricksen?
Das muss jeder für sich selbst herausfinden … Ich verwende ganz normale Hallenschuhe.
Und wann ist man bereit für seinen ersten Contest?
Je nachdem, wie viel Talent jemand mitbringt. Ein 15-Jähriger hat zum Beispiel mal fünf Monate täglich gemeinsam mit mir trainiert … Echt ein Wahnsinn, was der heute drauf hat. Generell würde ich sagen, dass man zumindest ein halbes bis zu einem ganzen Jahr trainieren muss, und zwar täglich, bis man für einen Wettbewerb gerüstet ist.
Es fällt auf, dass die meisten Freestyler sehr jung sind.
Ja, und das ist auch kein Zufall. Die Jungen lernen meistens einfach viel, viel schneller als die Älteren.
Und warum heißt der Sieger beim nationalen Qualifier wieder Faruk Onmaz?
Weil ich topfit und gut in Form bin. Der Weg zum Sieg wird aber sicher alles andere als ein Spaziergang …
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