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Nicola Thost holte in ihrer aktiven Karriere unter anderem Olympia-Gold in der Halfpipe. Heute ist sie auf der Suche nach jungen Snowboard-Talenten. Hier das Interview mit der Initiatorin von Red Bull Upsprings.

Wie sieht dein Fazit nach fünf Tagen Red Bull Upsprings aus?
Die Woche war ein voller Erfolg. Neben einer Menge Spaß im Schnee, war das Ziel der Red Bull UpSprings, den Kids in spielerischer Art und Weise so viel wie möglich Wissen über das Leben als Snowboard-Profi mitzugeben. Es war für mich wirklich faszinierend, wie sich die Jungs gegenseitig gepusht haben, unsere Tips annahmen und sich so auch steigern konnten. Man muss auch sagen, dass man am Ende der Woche wirklich brave Kids erlebt hat. Am ersten Tag hat ja noch richtiges Chaos geherrscht. Unsere „Erziehungsmaßnamen“ haben also ganz gut gegriffen (Lacht.).

Die Kids wirkten ja topmotiviert. War es schwierig, die Bande unter Kontrolle zu bekommen?
Die Motivation und Energie war eigentlich vom ersten Tag an da – die waren nicht zu bremsen. Es kam schon ein paar Mal vor, dass einer von uns „Stopp“ sagen musste, das ist ganz normal. Mit ihrer Begeisterung haben die Jungs alles Wissenswerte aufgesaugt haben und der Lerneffekt war dadurch auch entsprechend größer.

Die jüngsten Teilnehmer waren 10, die ältesten 15. Besteht da nicht die Gefahr von Gruppenbildung?
Diese Mischung hat den Event irgendwie auch ausgemacht. Die Älteren haben den Jüngeren auch einiges gezeigt und für diese war es natürlich ideal, weil sie von den 14-15-Jährigen auch etwas abschauen konnten. Eines darf man nicht außer Acht lassen: Eine Snowboard-Karriere beginnt heutzutage sehr früh. Deshalb muss man schon in jungen Jahren  erwachsen werden und Verantwortung übernehmen können. Die Erfahrungen bei Red Bull Upsprings sollen ihnen dabei helfen.

Wie hast du die Gruppe ausgewählt?
Es war mir ein großes Anliegen, dass der Anteil von Deutschen und Österreichern gleich ist. Dadurch hatten wir eine Gruppe von Kids, die aus den verschiedensten Ecken und Skigebieten kamen – zwei Jungs fahren zum Beispiel hauptsächlich in einer Halle und waren vorher erst zweimal in den Bergen. Über die Woche sind einige neue Freundschaften entstanden und so haben die Kids in Zukunft die Chance sich zusammenzutun und neue Skigebiete, Parks und Regionen kennenzulernen.

Auf welche Fähigkeiten hast du besonders geachtet?

Bei der Auswahl ging es um das Gesamtpaket. Priorität war natürlich wie gut die Kids auf dem Snowboard stehen und welches Potential vorhanden ist. Persönlichkeit und ein starker Charakter sind aber auch enorm wichtig. Nur so kann man es auch wirklich an die Spitze schaffen.

Wirst du den Weg der Kids auch nach Red Bull Upsprings weiterverfolgen? Vor allem die älteren Teilnehmer könnten ja schon in naher Zeit eine Karriere als Snowboarder starten.
Es ist gar nicht so sehr abhängig vom Alter. Jeder der hier dabei war, wurde wegen einer bestimmten Besonderheit ausgewählt. Ich habe zu allen eine spezielle Bindung aufgebaut und werde ihren Weg auf jeden Fall weiterverfolgen. Es sind zwei-drei Jungs dabei, die sicher eine große Zukunft vor sich haben.

Als „Erzieher“ hast du ja unter anderem die Pros Werni Stock, Marco Smolla und Mack Mckelton an Board geholt. Wie haben sie sich geschlagen?
Na ja, ich habe sie natürlich vorher dementsprechend gebrieft (Lacht). Und sie haben sich echt gut geschlagen! Man hat gemerkt, dass sie das Ganze nicht nur als Job gesehen haben, sondern mit viel Herz dabei waren. Es ist schön, dass auch sie sehr viel Spaß hatten.

Wie wichtig sind Selbstbewusstsein und Frechheit im Snowboard-Sport?
Wir haben uns genau darüber an einem Abend unterhalten. Irgendwie ging es darum, dass die Welt nicht nett und fair ist. Das bedeutet: Gutes Snowboarden alleine reicht nicht aus, wenn es keiner mitbekommt. Man braucht schon auch Durchsetzungsvermögen, um bei den vielen Snowboardern nicht unterzugehn. Die Kids dürfen selbstbewusst rausgehn und zeigen: „Hier bin ich und ich kann was.“ Letztendlich ist die richtige Mischung entscheidend.

Wird es eine Fortsetzung von Red Bull Upsprings geben?

Eins kann ich schon sagen: Ich habe schon 100 neue Ideen im Kopf.

 


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