Tony Allen

Rechtzeitig vor dem Start der Red Bull Music Academy gibt es auf ServusTV zwei Lecture-Perlen aus den vergangenen Jahren zu sehen: Tony Allen und Carl Craig.

Es gibt die Theorie, dass der beste Drummer der sei, den man nicht hört. Sollte diese These stimmen, sie würde auf Tony Allen zutreffen. Wenn der 69-jährige hinter dem Schlagwerk sitzt, hat man das Gefühl, als würden mehrere Drummer gleichzeitig spielen. So vielschichtig und gleichzeitig subtil gibt niemand Rhythmen vor.

Geboren und aufgewachsen in Nigeria, war er lange Zeit Schlagzeuger in der Band Africa ’70 der Afro-Legende Fela Kuti und spielte auf mehr als 30 Alben und zahlreichen Tourneen. Allen gilt heute als der Gründer von Afrobeat. Spielend verstand er es, afrikanische Ryhthmen und Muster mit den damals neuen Strömungen wie Funk von James Brown oder dem Bebop von Dizzy Gillespie zu verschmelzen und praktisch alle neuen Musikgenres seit Jahrzehnten zu beeinflussen.

Zu seinen größten Fans im Pop-Bizz zählen Brian Eno, Flea von den Red Hot Chili Peppers oder Damon Albarn von Blur. Mit letzterem gründete er das Projekt “The Good, the Bad and the Queen”. Zusammen mit Paul Simonon (The Clash) und Simon Tong (The Verve) schufen sie ein Afrobeat-Album mit genug Pop-Appeal, um auch ein breites, europäischen Publikum anzusprechen.

 

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 Gänzlich ohne Drums kam Carl Craig in seinen Techno-Anfängen in Detroit aus. Er konnte sich keinen Drum-Computer leisten und benutzte so seine Synthesizer um Rhythmen zu produzieren. 

Seine ersten Veröffentlichungen fanden sich auf Transmat, dem Label seines Vorbildes Derrick May. Mit ihm hatte er auch seine ersten Auftritte in Europa. Craig war aber nicht auf die 4/4 Kick-Drum der Drumm-Machine versteift: Für ihn galt es, die Wurzeln und Ansätze des kalten Techno aus der Industrie-Metropole Detroit zu erforschen. Unter dutzenden anderen Pseudonymen wie Innerzone Orchestra näherte er sich dem Jazz. Zuletzt 2009, als er zusammen mit Moritz von Oswald eine Neuinterpretation von Maurice Ravels Bolero veröffentlichte. 

Zu seinen schönsten Remixes der letzten Jahre zählt das Stück von “Kilode” von Tony Allen, in dem er zum großen Teil das Original fast beibehält, es aber in der Mitte mit seiner typisch simplen Bass-Drum unterlegt und den Bass mit seinen Synthesizer ersetz. Ein Beweis, wie organisch Techno funktionieren kann.

    

Carl Craig spielt zusammen mit Moritz von Oswald, Francesco Tristano und anderen am 12. Februar im Rahmen der Red Bull Music Academy in London in der Royal Albert Hall. Mehr Information hier.

Carl Craig am Sonntag, 7. Februar 00:30 Uhr und Tony Allen um 02:00 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei Servus TV.

Tony Allen auf Red Bull Music Academy Radio.
Carl Craig auf Red Bull Music Academy Radio
 


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