Christian Schiesters heiße Reise rund um den Globus geht in die nächste Runde: Am 20. Oktober macht sich der Steirer auf in das Land der Pharaonen, wo er in sechs Tagesetappen zwischen Pyramiden, Sphinx, Sanddünen und Oasen 250 Kilometer zu bewältigen hat.
Steirische Ente ...
Durch die Wüste zieht … Christian Schiester. Der 42-Jährige startet Ende Oktober in das zweite von vier Wüstenabenteuern. Dieses Mal führt ihn sein Weg in den Sand der Pharaonen. Auf eine Karawane, wie im Lied, muss der Steirer allerdings verzichten. Abgesehen vom Zelt müssen die Teilnehmer nämlich ihre gesamte Ausrüstung per Rucksack selbst tragen, so auch die tägliche Ration Wasser. Das wird auf Dauer speziell in der Sahara zu einer großen Last: „Der Sand ist sehr lose, dadurch sinkt man tief ein. Jedes Gramm Gewicht zählt hier gleich doppelt, das zehrt an Kraft und Nerven. Aber ich habe bereits Erfahrung aus dem Marathon des Sables 2003 und der Sinai-Durchquerung 2008. Es geht leichter, wenn man watschelt wie eine Ente.“
… vs. ägyptische Skorpione
Neben dem tiefen Untergrund warten noch weitere extreme Bedingungen auf den zweifachen Familienvater. Die Temperaturen fallen in der Nacht von 60°C auf teilweise bis zu -10°C. Außerdem hält die Wüste mit Sandstürmen, Skorpionen und Sandvipern noch so manch andere Überraschung bereit. „Solche Dinge blende ich aus und konzentriere mich nur auf mich selbst. Falls eine Gefahrensituation eintritt, dann werde ich mich in dem Moment gebührend damit auseinandersetzen.“ Seine Ruhe schöpft der Mauterner aus seiner akribischen Vorbereitung: „Ich habe auf den Bergen meiner Heimat viel Kraft trainiert und intensiv an meinem Laufstil gefeilt. Jeder heiße Sommertag wurde für Sondereinheiten genützt, um mich so gut wie möglich an die Hitze zu gewöhnen. Außerdem habe meine Ausrüstung noch optimiert. Mehr als sieben bis acht Kilogramm wird mein Rucksack dieses Mal nicht wiegen.“
Ein klares Ziel
In Sachen Vorbereitung hat sich Schiester also nichts vorzuwerfen. Der Rest, wie er sagt, wird sich zeigen: „In Chile habe ich nur zwei Minuten nicht aufgepasst, die Abzweigung versäumt und einen Spitzenplatz verspielt. Auch vor Verletzungen, Krankheit oder Selbstüberschätzung ist man nie gefeit. Dennoch lautet mein Vorsatz wieder auf das Stockerl zu kommen.“ Ein großes Ziel, für das der Österreicher viele Qualen und Strapazen auf sich nehmen wird. 130 Teilnehmer aus rund 30 Nationen starten in einen der härtesten Enduro-Bewerbe der Welt. Sechs Tagesetappen zwischen 20 und 80 Kilometern führen die Läufer über Sanddünen von bis zu 180 Metern Höhe, durch ausgetrocknete Flussbette, über weiter Geröllfelder und Salzebenen sowie durch malerische Oasen. Nach 250 Kilometern Schweiß, Hitze und Schmerzen wartet die Belohnung: Die Teilnehmer werden direkt am Fuße der Pyramiden von Gizeh die Ziellinie des Sahara Race überqueren.
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