stefan-spiessberger (c) Toby Bromwich


Seit einem Jahr ist Stefan Spiessberger professioneller Kitesurfer. Jetzt hat auch seine erste Weltcup-Saison begonnen. Nach dem Tourstopp in Thailand bloggt der 21jährige über das Leben aus dem Koffer, bemerkenswerte Judge-Entscheidungen und den Surfweltcup in Podersdorf.

Hi,

Brasilien – Kapstadt – Österreich – Thailand. So sah er aus, der erste Winter wo ich keine Gedanken mehr an Tests und Schule verwenden musste und mich voll auf das Kitesurfen konzentrieren konnte. Man sollte nicht glauben, dass es Urlaub ist, wo man am Hotelpool die Sonne genießt oder im Meer gemütlich schwimmen geht. Nein – es ist Arbeit!

Seit einem Jahr bin ich nun als professioneller Kitesurfer auf der ganzen Welt unterwegs und man stellt sich das Reisen leichter vor als es tatsächlich ist. Ich lebe aus meinem Koffer. Meine beiden Taschen – vollgepackt mit Kitesurf-Stuff und Klamotten – sind mein mobiles Zuhause. Doch es sind die einzigartigen Erfahrungen und die Freude am Sport, die mich immer wieder dazu motivieren meine Koffer zu packen.

In meiner ersten Weltcup-Saison habe ich mir ein klares Ziel gesetzt: Top 10-Ergebnisse müssen auf alle Fälle möglich sein! Nach dem harten Wintertraining fühle ich mich bereit gegen die Weltelite anzutreten.


Der erste Tourstopp der PKRA World Tour 2011 fand in Thailand/Hua Hin statt. 3 Autostunden südlich von Bangkok liegt die 60.000 Einwohner große Stadt Hua Hin. Schon bei der Ankunft am Bangkok Int. Airport war mir klar: das ist Asien. Hunderte von Taxis in allen möglichen Farben, Mopeds und tiefergelegte Fahrzeuge soweit das Auge reicht. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze bekommt man schon beim ersten Atemzug im Freien zu spüren. Drückende Hitze machte das Kofferschleppen nach 11 Stunden Flug nicht unbedingt einfacher.

Teilnehmer aus 13 Ländern kamen nach Thailand, um sich zu messen. Der erste Wettkampftag startete mit ziemlich guten Bedingungen und so konnte die gesamte Qualifikation gefahren werden. Bis auf die besten 8 der Weltrangliste müssen sich alle Teilnehmer für den Hauptbewerb qualifizieren.

In meinem ersten Heat musste ich gegen meinen Trainingspartner Nils Wesch (Deutschland) antreten. Ich konnte meine Trainingsleistungen perfekt in den Wettkampf umsetzten und gewann den Heat. Damit qualifizierte ich mich direkt für den Hauptbewerb. In die erste Runde der Single Elimination startete ich gegen den starken Fahrer Alex Soto aus der Dominikanischen Republik. Der Wind schwächelte, dennoch konnte ich einige meiner Top Tricks zeigen. Die Judges gaben den Sieg jedoch an Alex Soto.

Meine Hoffnungen lagen somit in der Double Elimination, wo jeder Fahrer noch einmal die Chance hat bis nach ganz oben zu fahren. Doch auch hier war das Glück nicht auf meiner Seite und ich musste gegen den amtierenden Weltmeister Andy Yates aus Australien fahren. Schon beim Schlusssignal des Heats gegen Andy wusste ich, es wird eine knappe Entscheidung werden. Einige Tricks konnte ich nicht sicher landen während der Australier einen soliden Heat zeigte und somit gewann.

Schlussendlich wurde es der 17. Platz beim ersten Bewerb der PKRA World Tour. Der Sieger hieß zum ersten Mal in dieser Saison Youri Zoon aus den Niederlanden vor dem Neuseeländer Marc Jacobs und Alberto Rondina aus Italien.

Auch wenn das Resultat ein wenig hinter meinen Erwartungen geblieben ist, hatte ich eine super Zeit in Thailand und gehe positiv in die nächsten Events der noch jungen Saison. Der Surfworldcup in Podersdorf steht vor der Tür und ich denke, das heimische Publikum wird uns Österreicher kräftig unterstützen.

Cheers,
Stefan
 

www.stefanspiessberger.com

 


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