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Zweiter Teil des Blogs aus Japan: Snowboarder Sigi Grabner berichtet über Wasabi-Spagetti, Autogramme auf Red Bull-Dosen und japanische Snowboard-Pioniere.
 
Wow, war das ein Tag heute! Morgens ging es um 6:30 Uhr los ins kleine Schigebiet „Echo Valley“ ca. 90 Minuten südlich von Nagano. Echo Valley ist ein kleines verstecktes Nest inmitten der Berge Zentral-Japans, ein verschlafenes Wintersportdorf im ursprünglich japanischen Stil. Hier gibt es, im Gegensatz zu den meisten modernen Schigebieten Japans, keine Hotel-Hochhäuser und Massenabfertigung. In Echo-Valley scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Vor mehr als vier Jahrzehnten zusammen mit dem Schweizer Skigebiet Adelboden als Partnerort errichtet, hat es sich seinen Charme als kleines - aber feines - Schigebiet erhalten. 
 
So verschlafen wie der Ort war auch ich am Morgen bei der Ankunft in Echo Valley. Das sollte sich aber rasch ändern, denn dort warteten schon an die 80 meiner Fans, um mit mir einen Snowboard-Tag zu verbringen. Wie auch gestern schon, kamen die Leute von überall aus Japan hierher, um mit mir ein paar Schwünge in den Schnee zu zaubern.

Apropos Schnee: über Nacht gab es etwa 40 cm feinsten Pulverschnee, wie oft in Japan!
 
Nach der morgendlichen Fan-Tour mit mindestens 80 Mal Händeschütteln, Fotografieren und Autogramm-Schreiben machten dann 80 Snowboarder die Pisten Echo Valleys unsicher - es war ein Mega-Spaß für mich und garantiert auch für die Japaner. 
 
Echo Valley ist der Heimatort von Japans Kult Snowboarder Big Mac Endo-San. Mac Endo ist in Japans Snowboard-Szene ein großer Name. Seit mittlerweile gut 20 Jahren gibt er sein Können und Wissen an zahlreiche japanische Snowboarder weiter und hat somit die Szene in Japan stark mitbestimmt. Auch für mich war er eine Schlüsselfigur zum Eintritt in die japanische Snowboard-Welt. Schon in den 90ern arbeiteten wir gemeinsam an Filmprojekten in Japan, den USA und Europa.
 
Mittags lud uns Big Mac Endo-San in ein typisch japanisches Soba-Restaurant ein. In dem urigen Haus mit offener Feuerstelle zum Kochen und Grillen werden hausgemachte Spezialitäten serviert. Vor allem die selbstgemachten Soba-Nudeln sind der Stolz der Besitzerin. Soba-Nudeln werden aus Buchweizen gemacht und sehen ähnlich aus wie dunkle Spaghetti. Jedoch werden sie in eine spezielle Soja-Soße mit Wasabi getunkt und kalt gegessen. 
 
Gut gestärkt gab es dann noch eine Nachmittagsrunde durchs Schigebiet bevor der wirklich lustige und unterhaltsame Teil des Tages kam: Autogramme schreiben! Für knapp 100 Japaner Autogramme schreiben heißt zuerst ausreichend Autogrammkarten und funktionierende Stifte mit dabei zu haben. Anfangs war ich sicher, dass ich genügend Karten dabei hatte. Nachdem die Autogrammkarten aber irgendwann zur Neige gingen, wurden mir von den Fans kurzerhand Red Bull Dosen für die Unterschriften entgegen gestreckt. Ja, die Japaner sind eben Fans durch und durch. 
 
 
SG-Snowboards
 
www.sigigrabner.com
 

 


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