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Nach seinem zweiten Platz in Südkorea ist Sigi Grabner auf dem Weg nach Japan. Hier bloggt er über den Schnee im Land des Lächelns, die heilsame Wirkung eines japanischen Bades und seine Rückkehr nach Nagano.
 
...endlich! Nach langer Durststrecke habe ich es wieder in ein Finale im WorldCup geschafft: der 2. Platz im Koreanischen Yong Pyong war sehr wichtig für mich. Darüber freute ich mich mehr, als über so manchen meiner Siege. Und dabei fing der Renntag gar nicht vielversprechend an, denn mein Sprunggelenk, welches ich mir im Dezember 2009 gebrochen hatte, tat mir so weh, daß ich mir ersthafte Sorgen machen mußte. Aber dann biß ich die Zähne zusammen und ließ es einfach laufen ;-)
 
Von Korea ging es dann gestern weiter nach Japan, wo ich die nächsten Tage eine kleine SGsnowboards Promotion-Tour quer durchs Land machen werde. Am Abend holten mich meine Freunde Molly-san und Manabu am Tokyoter Flughafen ab. Danach ging es - im Stau - quer durch Tokyo und anschließend in die Japanischen Berge. Aus der geplanten 3-Stunden-Fahrt wurden schnell 6 Stunden und somit war die vermeintlich kurze Reise von Korea nach Japan dann auch wieder ein voller Tages-Trip.
 
Das alles macht aber gar nichts, solange es im Hotel ein Japanisches Bad gibt. Und so stand als erstes nach der Ankunft knapp vor Mitternacht  im Hotel ein Besuch desselben am Programm: Das Baden in Japan ist eine Zeremonie. Da wird gemeinschaftlich geschrubbt und gebadet - getrenntgeschlechtlich versteht sich - um dann anschließend in einem beinahe kochend-heißen Becken den Tagesstress zu vergessen. Nach solch einer erholsamen Mitternachtseinlage schlief ich freilich tief und fest wie ein Baby - im Japanischen Stil auf dem Boden - auf Tatamis (Reisstrohmatten) und Futon.
 
Heute Morgen ging es dann auf ins kleine Schigebiet Iwappara, wo schon ein paar Dutzend Fans darauf warteten, endlich mit mir ein paar Stunden Snowboarden zu gehen. Auch waren alle schon sehr neugierig auf die neuen 2012-Modelle, die sie den ganzen Tag testen sollten. Es war wieder einmal ein riesen Spaß mit meinen japanischen Fans. Viele von ihnen kenne ich schon seit vielen Jahren und es hat sich mittlerweile eine richtige Freundschaft entwickelt. Einige kamen aus weit entfernten Städten wie Osaka  und Kyoto und nahmen bis zu 8 Stunden Fahrt auf sich. Mit den vielen Geschenken, die ich von ihnen erhalten habe, muss ich mir wahrscheinlich noch einen Koffer besorgen, damit ich alles mit zurück nach Hause bringen kann. Am Nachmittag waren die Pisten dann so überfüllt, dass ich sozusagen Slalom mit beweglichen Toren trainieren konnte ;)
 
Was die Schneeverhältnisse betrifft, könnten die beiden Länder Korea und Japan nicht unterschiedlicher sein: In Korea gibt es so wenig Naturschnee, dass ich mit Turnschuhen trockenen Fußes den Gipfel im Schigebiet besteigen konnte. Die Pisten dort sind zu 95% mit Kunstschnee bedeckt und auch sehr gut präpariert. 
 
Hier in Japan fährt man wie durch einen Tunnel die Straße nach oben ins Schigebiet. Die Straße ist zu beiden Seiten mit Schneewänden von mindestens 2  bis manchmal ca. 6 Meter Höhe eingesäumt. Soviel Schnee sieht man an nur ganz wenigen Orten auf der Welt wie etwa in Alaska oder am Lake Tahoe im Norden Kaliforniens. Und natürlich fiel auch heute den ganzen Tag über der Schnee in dicksten Flocken vom Himmel.
 
Am späten Nachmittag ging es dann weiter nach Nagano, der Olympiastadt 1998. Hier werden immer wieder Erinnerungen an meine erste Teilnahme bei Olympischen Spielen wach. Molly-san kennt hier die besten Sushi-Lokale und eines davon haben wir heute getestet. Wir bekamen kaum noch einen Platz, denn am heutigen japanischen Nationalfeiertag ging fast jede Familie auswärts essen. Dann aber hatten wir doch noch Glück und konnten uns die Bäuche vollschlagen - oishi desu! (Es schmeckt sehr gut!)
 
Und jetzt geht's wieder ab ins Japanische Bad, damit ich morgen wieder fit bin.
 
Oyasuminasai - Gute Nacht!
 
www.sgsnowboards.com
 
www.sigigrabner.com
 
 
 

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