Wenn Senad eine Reise tut, kann er was erzählen. Uns hat der BMX-Pro erklärt, wie Mittagessen auf serbisch funktioniert und warum er im Ausland den Wiener Schmäh vermisst.
Du hast am Wochenende den „Winner of Belgrade“-Contest gewonnen. Was macht den Reiz dieser Stadt aus?
Ich war zum ersten Mal in Belgrad. Die Stadt liegt an der Donau und der Save und ist superschön. An den Flüssen gibt es eine Menge Restaurants und Bars. Es wird auch gerade viel gebaut. Zerbombte Häuser sieht man nur mehr vereinzelt.
Wie war das Essen?
Das glaubst du nicht! Ich hab noch nie so riesige Portionen gesehen. Ich hab mir dort Hähnchen mit Mozzarella bestellt und die haben mir vier Stück gebracht, richtige Riesenhühner. Dazu gab’s ungefähr ein halbes Kilo Kartoffeln und Salat. Ich hab gesagt: „Jungs, ich kann nur ein Drittel essen.“ Obwohl ich ja nicht gerade schmal gebaut bin.
Was kannst du uns über die Skate- und BMX-Szene in Serbien erzählen?
Gerade in Osteuropa sind Skateboarding, BMX und Co. in den vergangenen Jahren unglaublich vorangekommen. Es gibt überall supergute Fahrer, das hat man auch hier in Belgrad wieder gesehen. Die Kids sind unglaublich motiviert. Alle schauen sich die Videos an und wollen so gut werden, wie die Pros, die sie auf YouTube sehen.
Du bist ja in Kroatien geboren, wie haben die serbischen Zuseher auf deinen Sieg reagiert?
Es ist ja lustig: Die Kroaten sagen: „Senad ist einer von uns“, weil ich in Kroatien geboren bin. Die Bosnier sagen „Er ist einer von uns“, weil ich einen bosnischen Namen habe. Und hier in Serbien haben sie mich genauso aufgenommen. Die Leute hier sind supernett.
Warst du mit deinen Runs im Finale zufrieden?
Ja, eigentlich war nach dem ersten Durchgang schon alles entschieden. Ich hab einen „No-handed-Backflip“ gezeigt, einige „720s“ und gute Wallrides. Der Skatepark hier ist übrigens ein Traum.
Kannst du aus dem Stand sagen, wie viele Länder du heuer schon bereist hast?
Puh! ... Warte, da muss ich mein blaues Buch holen ... So, ich hab’s mir aufgeschrieben: USA, Japan, Deutschland, Tschechien, Kroatien, Großbritannien, Saudi-Arabien, Serbien...
Fertig?
Nicht ganz, ich muss heuer noch nach Mexiko.
Was vermisst du am meisten, wenn du auf Reisen bist?
Meine Familie, meine Freundin und Freunde. Und irgendwie auch die Sprache und den österreichischen Schmäh. Es wäre natürlich schön, wenn meine Freundin öfter mitkommen könnte. Gott sei Dank gibt’s heutzutage Internet.
Reisen bildet, sagt man. Was hast du in Serbien gelernt?
Ich kann jetzt meinen Namen in kyrillischen Buchstaben schreiben!
Nächste Station auf deiner Road-Map?
Wieder Kroatien. Am Wochenende steigt die Pannonian Challenge in Osijek. Drückt mir die Daumen!
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