Highspeed in Heppenheim

120.000 Menschen kamen am letzten Sonntag in Heppenheim zusammen, um Sebastians Homerun zu sehen. Im Interview spricht er über Heimat, besondere Weckrufe und Hockenheim.

An der Autobahnabfahrt hat stand heute keine Heppenheim- sondern ein Vettelheim-Schild. Die Stadt stand ja wirklich hunderprozentig hinten dem Showrun.

Absolut. Aber so eine Veranstaltung kann man auch gar nicht ohne die volle Unterstützung der Stadt über die Bühne bringen. Von Anfang an hat einfach alles geklappt und als wir mit der Idee in die Stadt kamen, waren alle vollkommen begeistert. Die haben gesagt: „Kein Problem, wir sperren die halbe Stadt einfach ab.“ Wirklich toll.

Wie stark ist dein Heimatgefühl?
Sehr stark. Ich glaube, dass für jeden das wahre Zuhause dort ist, wo er aufgewachsen ist. Wir Fahrer reisen ja sehr viel und sehen viele wunderschöne Plätze, aber nichts auf der Welt kann die Heimat ersetzen. Sobald man Zuhause ankommt merkt man einfach, dass das der schönste Platz der Welt ist.

Heute bist du schon ziemlich früh durch die Stadt gefahren, um 7 Uhr, um genau zu sein. Das war ja fast schon ein Weckruf...
Wir sind das kleine Stück vom Dom zum Marktplatz gefahren, was keiner gewusst hat und dementsprechend überrascht waren auch die Leute, an denen ich vorbei gefahren bin. In der Altstadt sind die Häuser ja sehr klein und da haben die Leute natürlich aus dem Fenster geschaut. Die waren dann natürlich am Sonntagmorgen um 7 Uhr noch nicht sonderlich fit, aber da kann ich ihnen auch keinen Vorwurf machen. Wir waren ja auch ein bisschen laut und dafür will ich mich im Nachhinein entschuldigen. Tut mir wirklich Leid, wenn ich da jemanden aus dem Schlaf gerissen habe!

In drei Worten – was ist Heimat?
Geborgenheit, Wohlfühlen und Sicherheit.

Wie oft bist du Zuhause in Heppenheim?
Leider sehr selten, einfach, weil wir während dem ganzen Jahr wirklich viel unterwegs sind. Wir sind ständig auf Achse, von einem zum anderen Ort. Ab und zu schaffe ich es aber doch noch und da macht das Fußballspielen mit Freunden umso mehr Spaß.

Es waren ca. 120.000 Leute in Heppenheim um deinen Homerun zu sehen – wie findest du das?
Sensationell. Ich denke, wir haben den Leuten auf jeden Fall ein gutes Programm geboten und es war sicher für jeden etwas dabei. Ich fand es auch gut, dass das Publikum ein bisschen gemischt war. Es waren nicht nur Motorsportfans in der Stadt, sondern auch Leute, die normalerweise nicht wirklich auf diesen Sport achten. Und wenn diese Menschen durch solche Events beginnen, den Fernseher aufzudrehen wenn wir fahren, dann ist das natürlich eine tolle Sache. Sicher ist das auch Werbung in eigener Sache, aber in erster Linie ist es Werbung für unseren Sport.

Dann wäre es doch sicher toll, wenn viele Leute zum Rennen am Hockenheimring kommen würden, oder?
Auf jeden Fall. Vielleicht sagen sich die Leute ja: ‚Das Event am Sonntag hat mir so gut gefallen, da fahr ich einfach auch zum Rennen.’ Das wäre wirklich toll und würde mich sehr freuen.

Was ist denn das Besondere an deinem Homerun?
Ich denke mal, dass die Leute so ein Auto mal aus der Nähe sehen und hören können. Im Fernsehen sieht und hört sich ja alles etwas anders an. Hier können die Zuschauer einfach genau miterleben wie es ist, so nah am Auto und am Geschehen dran zu sein.

Welche von den vielen tausenden Zusehern gehörten für dich denn zu den Wichtigsten?
Zuerst mal derjenige, der an der Autobahnabfahrt gestanden ist und die ganzen Leute gezählt hat! (lacht) Für mich waren alle wichtig, aber eine ganz große Rolle hat natürlich Red Bull gespielt. Man hat ja gesehen, dass es ein größeres Team braucht um das Auto hier herzubringen und auch zum Laufen zu bringen. Dann die Stadt. Andere Städte hätten sich vielleicht ein bisschen schwerer getan, mal eben die halbe Stadt abzusperren. Ansonsten natürlich jeder einzelne, der anwesend war.

Wie war das eigentlich für dich über Kopfsteinpflaster zu fahren?
Das Auto lag ein bisschen höher und hatte ein bisschen mehr Platz. Ansonsten sind die Autos ja sehr tief. Es war extrem holprig und auch rutschig, aber gleichzeitig hat es auch wahnsinnigen Spaß gemacht, es war einfach mal was anderes. Ich glaube, so hat sich die ganz frühe Formel 1 angefühlt, aber ich denke nicht, dass man das jetzt wieder einführen sollte.

Hattest du bei deinem Run irgendwelche Vorgaben oder Beschränkungen?
Ich kannte ja die Straße sehr gut und auf der gilt normalerweise 50, was wir ganz leicht geschafft haben. Man muss da immer sehr vorsichtig sein, weil doch die Leute sehr nahe sind und man absolut keinen Blödsinn machen darf. Die Sicherheit geht einfach vor.

Bist du bei deinem Run an einem Lieblingsladen vorbeigefahren?
Nicht wirklich. Es geht kurz knapp am Stadion vorbei, wo ich zumindest versucht habe, Fußball zu spielen. Ich kenne natürlich die Stadt sehr gut und besonders die Altstadt ist immer wieder etwas ganz Besonderes. Die Strecke, die wir uns ausgesucht haben war wirklich ideal. Auf der einen Seite hatte ich genügend Platz um die Sau raus zu lassen aber auf der anderen Seite konnte ich das Auto auch immer wieder zwischendurch kühlen.

Am Sonntag wird es nur ein paar Kilometer von Heppenheim für dich ernst, beim Grand Prix am Hockenheimring. Mit wie viel Gegenwind kommst du dort hin?
Ich glaube ich komme nach so einem tollen Tag wie in Heppenheim eher mit sehr viel Rückenwind dort hin. Hockenheim kenne ich selbst natürlich sehr gut. Ich glaube unser Auto hat gezeigt, dass es eines der besten ist und überall schnell sein kann. Es ist unser Heim-Grand-Prix und ich weiß natürlich, dass ich mir das die Unterstützung mit den vier anderen Deutschen teilen muss, aber ich glaube, dass es für uns alle etwas Besonderes wird. Gerade wie alles in den letzten Jahren gelaufen ist und das Comeback von Michael haben der Formel 1 gut getan und ich hoffe einfach, dass viele Leute vor Ort mit dabei sein werden.


www.sebastianvettel.de
www.redbullracing.com


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