Extrem-Läufer Christian Schiester bloggt von seinem Trip durch die Wüste Gobi. Kapitel 1: Anreise im rostigen Flugzeug, Schlangestehen in Kasachstan und joggen durch den Sandsturm.
Hallo!
Nach einer zwanzigstündigen Anreise bin ich wohlbehalten in China gelandet. Am Ende ist alles gut gegangen, auch wenn die Anreise doch recht abenteuerlich verlief. Sprichwörtlich turbulent ging es von Graz nach Frankfurt, als das kleine Flugzug gleich nach dem Start ordentlich durchgeschüttelt wurde. Ein längeres Gespräch mit meinem zufälligen Sitznachbarn, Landesrat Dr. Christian Buchmann, verschaffte mir Gott sei Dank Ablenkung.
In Frankfurt wechselten wir auf Air Astana, die kasachische Fluglinie. Erstmals bin ich in ein Flugzeug gestiegen, dass deutliche Spuren von Rost aufweist. Mit etwas mulmigem Gefühl ging es also weiter in Richtung Osten. Kurz vor Astana ging zu unserer linken Seite die Sonne auf und tauchte die dichte Wolkenschicht in strahlendes Orange – ein atemberaubendes Bild. Als wir langsam diesen exotischen Teppich durchbrachen, erstreckte sich unter uns im goldenen Morgenlicht die kasachischen Steppe.
Weniger romantisch verlief mein kurzer Aufenthalt in Astana. Obwohl ich zum Weiterflug nur von Gate zu Gate wechseln sollte, hatte ich mich dem vollen Einreiseprozedere zu unterziehen. Mit einem Einreiseformular stand ich in einer langen Menschenschlange, um auf einen einzigen Stempel zu warten. Da meine Maschine eine Stunde nach der Landung starteten sollte und nur noch wenige Minuten Zeit blieben, drängte ich mich frech vor und versuchte dem nicht Englisch sprechenden Sicherheitsmann wild gestikulierend meine Lage zu erklären. Erst im wiederholten Anlauf gelang es mir und ich wurde durch diverse Hintertüren bis an Board des Airbus geschleust – in letzter Minute.
Der Flug nach China verlief unproblematisch, etwa zu Mittag (Zeitverschiebung sechs Stunden plus) landete ich in Urumqi. Eine Stunde und sechs Sicherheitskontrollen später saß ich im Taxi zum Hotel – mit dem Wissen, dass China ein Land mit strengen Gesetzen und nicht minder strengen Beamten ist.
Ich beschloss, einen ersten Lauf zur Bekämpfung des Jetlags zu unternehmen. Ich joggte locker und unter den neugierigen Blicken der Einheimischen durch die Stadt, als plötzlich ein Sandsturm losbrach. Binnen Minuten war es dunkel und die Luft voll mit Sand, Staub und Smog. Die Böen wirbelten alle möglichen Gegenstände durch die Luft, die freien Hände und Beine waren überall mit schwarzen Partikeln bedeckt. Selbst die Einheimischen schienen vom heftigen Sturm überrascht und liefen mit eingezogenen Köpfen durch die Straßen. Daher beschloss ich, mich ins Hotel zurückzuziehen und den Jetlag von der Sicherheit der warmen Bettdecke aus zu bekämpfen.
Bis bald mit Neuigkeiten aus China! Run on,
Christian Schiester
www.christian-schiester.com
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