Christian Schiester (c) Roland Bogensperger

Nach viel Hektik im Vorfeld und Unklarheit über den Reiseverlauf hat der Extremläufer Christian Schiester doch noch Australien erreicht. Hier sein erster Tagebucheintrag über kreischende Mädels und kräftezehrende Hitze.

Ein Teil unseres Teams konnte wegen der Vulkanasche nicht aus Deutschland starten, in Dubai war Chaos am Flughafen vorprogrammiert. Schließlich haben wir doch aus Wien abgehoben und das Abenteuer in Richtung Osten gestartet. Der Flug verlief problemlos, nach rund 20 Stunden haben wir Perth erreicht und durften uns über einen super Empfang freuen. Kreischende Mädchen und diverse Kameras warteten schon am Ausgang – jedoch, wie zuerst erhofft, nicht auf uns, sondern auf die ersten australischen Rückkehrer aus Europa. Wir hatten nämlich das Glück in der ersten Maschine via Dubai nach „Aust.“ zu sitzen. Nach einer Nächtigung in Perth ging es tags darauf mittels turbulentem Inlandsflug in Richtung Norden nach Kununurra.

In Jeans und Pullovern stiegen wir aus dem Flugzeug und wären beinahe in selbiges wieder zurückgefallen. Hitze und die Luftfeuchtigkeit sind enorm, der Wind fühlt sich an wie aus einem riesigen Föhn. Auch wenn wir den 55°C Rekordwert der Sahara vielleicht nicht erreichen werden, so liegt die Hitze hier doch ungleich schwerer auf den Schultern.

Im Hotel erwartete uns gleich die erste Hiobsbotschaft. Die starken Niederschläge der kürzlich zu Ende gegangen Regenzeit haben Teile der Strecke überflutet. Viele Passagen sind nur mehr zu Fuß passierbar, das heißt wir sind in Notfällen (Schlangenbiss, Verletzung, Dehydration) phasenweise ganz auf uns allein gestellt. Eines steht also jetzt schon fest: Es wird wieder spannend werden! Als positiver Effekt ist aber das Outback, das direkt hinter der Stadt beginnt, erblüht. Grüne Sträucher, flaschenartige Bäume und hohe, scharfe Gräser wuchern überall zwischen den typisch roten Felsstrukturen, die vor Millionen von Jahren vom Meerwasser geformt wurden.

Dazwischen tummelt sich eine Vielzahl an Insekten: Riesige Heuschrecken, die meterweit fliegen, unzählige Kakerlaken und zu späterer Stunde ganze Schwärme von Moskitos – mit ihnen werden ich wohl noch öfter Bekanntschaft schließen. Noch haben wir keine Schlangen und Krokodile angetroffen. Ein Gespräch mit den Aborigines hat mir aber klar gemacht, dass sich dies schnell ändern kann.

Bis bald mit dem nächsten Update aus Australien und liebe Grüße in das angenehm kühle Österreich,
Christian Schiester
 


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