Extrem-Läufer Christian Schiester startet am 27. Juni sein letztes von vier Wüstenabenteuern. Die Herausforderung beim „Gobi March“: 250 Kilometer Strecke. Der Start erfolgt am heißesten Ort Chinas.
Heißer Endspurt für Christian Schiester! Nach den drei bisherigen Abenteuern in Chile (Atacama), Ägypten (Sahara) und Australien (Kimberley) steht der Steirer auf seiner Wüstentour quer über den Globus vor der letzten großen Herausforderung: 250 Kilometer gilt es quer durch die Wüste Gobi in sechs Tagesetappen zurückzulegen. In China warten auf den 43-Jährigen neben 160 Konkurrenten ein schwieriges Terrain und extreme Bedingungen. Dennoch ist sich der Extremläufer seiner Sache sicher: „Ich will den Sieg!“
Der Backofen. Schauplatz des Gobi March ist das Turpan Bassin – der heißeste Ort Chinas, der von den Einheimischen daher auch liebevoll „Backofen“ genannt wird. Darin wird Christian Schiester, dessen kraftsparende Laufweise auf Sand dem Watscheln einer Ente ähnelt, tagsüber bei Temperaturen von weit über 30°C brutzeln müssen. In der Nacht hingegen kann das Thermometer unter den Gefrierpunkt fallen, sogar im momentan herrschenden Sommer sind Schneestürme keine Seltenheit. Während die extremen Bedingungen an den Kräften zerren, belasten die hohe Population an Wölfen und Schneeleoparden eher die Nerven.
Der seidene Faden. Die Strecke liegt in der Provinz Xinjiang und führt entlang der alten Seidenstraße. Die 160 Starter, darunter 34 Frauen, erwartet ein selektives Terrain mit ständig wechselnder Bodenbeschaffenheit. Sanddünen gehen über in weite Geröllebenen, riesige Salzflächen in dorniges Gestrüpp, grün bewachsene Weinhänge in feuerrote Felsen. Dabei werden autonome Gebiete und kleine Dörfer der Uiguren, Tadschiken und Kirgisen durchquert, die normalerweise ausschließlich der indigenen Bevölkerung zugänglich sind.
Jetzt erst recht. Trotz seines verletzungsbedingten Ausscheidens in Australien konnte sich Christian Schiester optimal auf China vorbereiten: „Im Outback hat die Vernunft gesiegt, dadurch war die Verletzung schnell verheilt und ich konnte voll trainieren. So kann ich es mir in der Gobi zum Ziel setzen diesmal selbst zu siegen“, beschreibt der Steirer sein ehrgeiziges Vorhaben.
Ohne Schweiß kein Preis. Als Vorbereitung wurde jeden Tag bis zu sechs Stunden trainiert, sowohl in seiner Heimat Mautern als auch in seinem Trainings- und Regenerationszentrum in Bad Radkersburg. Neben Bergläufen und Sprintetappen standen auch Einheiten am Fahrrad, im Schwimmbecken oder als Hitzetest am Laufband in der Sauna am Programm.
Vorbereitung ist (fast) alles. Auch in die Perfektionierung des Equipments wurde wieder viel Arbeit investiert: Während ein ultraleichter Daunenschlafsack und eine spezielle Unterlegsmatte den zweifachen Familienvater vor der nächtlichen Kälte schützen sollen, wird ein neuartiges Inner-Muscle-Shirt die Hitze und die Druckstellen des Rucksacks lindern. Mit dabei sind auch wieder die Kompressionsstrümpfe sowie erstmals einige Portionen Suppe, die Kraft und Wärme spenden. Mit der optimalen Vorbereitung und dem ehrgeizigen Ziel ist allerdings nur ein erster Schritt getan.
„Bei solchen Rennen ist bis zum Schluss alles möglich, ein kleiner Fehler kann das Ende bedeuten. Das macht diese Aufgabe gerade so spannend und reizvoll. Nach meiner Verletzung in Australien gehe ich mental noch stärker an den Start und hoffe auf das nötige Glück in China.“
www.christian-schiester.com
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