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Red Bulletin: Flamenco am Himmel

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Die Red Bull X-Fighters um Mutterland des Freestyle-Motocross: Vier Tage Kalifornien - zwischen irren Tricks, kaputten Knochen und ein paar netten Tipps für Mama.

Mittwoch, 18:30, LOS ANGELES INTERNATIONAL AIRPORT.

Rein ins Mietauto und raus auf die Interstate 10, wo die Autokolonnen auf fünf Spuren Richtung Osten brausen. Besser, du hältst dich ans Tempolimit. Die Highway Patrol versteht hier keinen Spaß. Die Fahrt zum Glen Helen Raceway dauert knapp zwei Stunden. Die legendäre ­Motorsport-Arena empfängt die Red Bull X-Fighters. Zum Aufschreiben: Freestyle-Motocross ist Kunstturnen am Motorrad – doppelte Rückwärtssalti, 360-Grad-­Drehungen im Sattel, Sprünge über eine Distanz von bis zu 30 Metern. Warum Glen Helen? Weil hier Freestyle-Motocross geboren wurde, Dude!

Donnerstag, 09:00, GLEN HELEN RACEWAY

Auf einer Fläche so groß wie drei Fußballfelder ragen Kicker, Rampen und Quarter­pipes aus der Erde; das macht insgesamt mehr als 30 Sprungoptionen, so viel wie nie zuvor auf einem Red Bull X-Fighters-Event. Größte Herausforderung: der „Step-up“– eine sechs Meter hohe Schanze, die auf ein 18-Meter-Erdplateau führt. Wer über den Step-up springt, katapultiert sich ins siebente Stockwerk eines Hochhauses. US-Freestyle-Veteran Ronnie ­Renner blickt auf den Offroad-Spielplatz und wird poetisch: „Hier kannst du deine ­Linien ziehen wie ein Maler seine Pinselstriche am Gemälde.“

Eigo Sato schlägt hart hinter dem Kicker auf. Es wird still neben der Strecke.

10:30, ERSTTRAINING

Als Eigo Sato hart hinter dem Kicker aufschlägt, wird es neben der Strecke still. Sein Motorrad – eine Yamaha YZ 250 – rollt noch einige Meter herrenlos weiter und kippt dann um. Sato bleibt am Boden liegen. Nach wenigen ­Sekunden beginnt er seine Beine im Zeitlupentempo anzuwinkeln. Langsam steht er auf. Sato, schwarzer Helm, rote Hose, klopft sich den Staub von der Brust. Er trottet zum Motorrad, quält sich in den Sitz und tritt den Kickstarter. Dann fährt er Richtung Boxengasse davon. Die ­Strecke hat soeben ihren ersten Fahrer abgeschüttelt.

10:40, IM FAHRERLAGER

Bruchpilot Sato sitzt auf seinem Campingstuhl und schlürft Tee. „Wenn du merkst, dass während des Sprungs etwas schiefgeht, hast du genau zwei Möglichkeiten“, sagt er. „Du wirfst dein Motorrad weg, oder du hältst es fest. Ich habe es festgehalten. Es war die rich­tige Entscheidung.“ – „Woher weißt du das, Eigo?“ – „Schau mich an. Ich kann noch aufstehen.“ Unter Satos Kinn verläuft eine sichelförmige Narbe von einer Gesichtshälfte zur anderen. Ein erbsengroßes Cut neben dem linken Auge erinnert an eine andere Verletzung. Mit 33 Jahren hält sich der Japaner noch immer im Spitzenfeld. Er ist der älteste Athlet auf Tour und vielleicht der größte Kämpfer von allen.
Was Satos lädierter Rücken nicht mehr zulässt, macht er mit Herzblut wett. „Zur Vorbereitung fahre ich viel im Kopf“, sagt Sato. Wenn er nachts im Hotelzimmer liegt, düst er in Gedanken über den Kurs, testet Anstiege oder plant seine nächste Landung. Gerade eben fischt er einen ­Zettel aus seiner Hosentasche und notiert die Sprünge für seinen Qualifikationslauf. Neben manche Zeilen malt er Sternchen – was sie bedeuten, weiß nur er. Er wolle auf jeden Fall noch ein paar Jahre weiterfahren, sagt Sato. Sein Wunsch: „Backflips machen, bis ich vierzig bin.“

Lesen Sie die ganze Geschichte in der Juli-Ausgabe des Red Bulletin.

 

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