Am Dienstag wurden im Hof des altehrwürdigen Trinity College in Dublin die Sieger des weltweit größten Sportfoto-Contests, dem Red Bull Illume 2010, prämiert. Hier die zehn Kategorie-Sieger und die Stories hinter ihren Bildern – in den Worten ihrer Schöpfer.
Dieses Foto des 24-jährigen Kaliforniers Chris Burkard holte sowohl den Gesamtsieg als auch den Sieg in der Kategorie Illumination. Chris: „Als Surf-Fotografen versuchen wir immer, so nah wie möglich an die Action heranzukommen. Im Falle dieses Fotos war es genau umgekehrt: Als wir an jenem Tag an der chilenischen Küste aufwachten, war es zum ersten Mal seit Tagen schön Wetter. Ich fühlte mich geschlaucht und zog mich auf eine Sanddüne zurück, um meinen Kollegen Peter Mendia in dieser urwüchsigen Landschaft zu fotografieren. In diesem Moment wechselte die Lichtstimmung und ich sah den Spray, den Peters Board in den Wellen aufstäubte. Alles passte plötzlich zusammen. Die Berge, das Meer und der surfende Mensch darin.“
Nathan Smith, Sieger in den Kategorien
Close-Up und
Athlete’s Choice: „Ich bin sehr happy, dass dieses Bild so geworden ist, wie ich es konzipiert habe. Es zeigt meinen australischen Landsmann Andrew Mooney in einer Welle bei uns daheim, die Stimmung ist abendlich und ich mag „späte“ Farben sehr. Beim Surfen und beim Fotografieren leben wir für Momente wie diese, sind süchtig danach. Ich bin mir sicher, es wird immer eines meiner Lieblingsbilder sein.“
Eric Berger aus Montreal, Sieger in der Kategorie
New Creativity: „Das Bild entstand im Backcountry von Whistler, wo man nur mit Schneemobilen hinkommt. Dort fanden wir diese Röhre aus Schnee und Eis, in die ich mich legte. Bei seinem ersten Versuch bemerkte ich Dan Treadway gar nicht, als er mit Skiern über den Ausgang sprang, sondern nur die Schneekaskade, die er dabei runterfegte, das fertige Bild hier zeigt seinen zweiten Versuch. Sieht eigentlich aus wie die Tube beim Surfen – Schnee ist eben nur gefrorenes Wasser!“
Einen sehr dichten Eindruck vom Mountainbike-Sport vermittelt uns
Vincent Peraud, Sieger in der Kategorie
Culture: „Wir waren in Estland bei einem der größten Mountainbike-Bewerbe, den Simpel Sessions. Nach einem langen Tag der Qualifying-Rennen wollten alle so schnell wie möglich von der Strecke zurück ins Hotel weil es -10°C hatte. Die Rider begannen ihre Bikes in den Bus zu werfen, der allerdings eine halbe Stunde lang nicht los fuhr. Zwischen den Speichen eines Rades könnt ihr das Gesicht meines Kumpels Alex Baret erkennen. Mit seiner Rock’N’Roll-Einstellung hielt er alle bei Laune.“
Sieger in der Kategorie
Energy wurde der tasmanische Surfer und Fotograf
Stuart Gibson. Es zeigt den Draufgänger Ryan Hipwood. Stuart über das Bild: „Eigentlich war das ein Tag, an dem man nicht surfen gehen sollte. Die Flut brach herein und schwarze Mutanten-Brecher rollten über uns hinweg. Trotzdem erwischten wir den einen oder anderen davon. Diese Welle war gar nicht mal die größte des Tages, aber sicherlich die monströseste. Es ist eine der haarigsten Situationen, in der ich je einen Rider gesehen habe und ohne Ryans Mut, gäbe es dieses Bild gar nicht.“
Daniel Grund aus Bayer hatte einen guten Grund, die
Experimental-Kategorie zu gewinnen: Seine Anwesenheit beim Red Bull Air Race im ohnedies schon sehr experimentell aussehenden Monument Valley: „Die beiden Air Racer Alex Maclean und Nicolas Ivanoff führten meine Idee präzise aus und schalteten ihre Rauchentwickler im richtigen Moment ein. Ich stand währenddessen auf einer Kufe des Hubschraubers und schoss die beiden Vögel ab, die mit 350 km/h vorüber zischten. Das fertige Bild eignete sich bestens dazu, es mit 3D-Schichten zu versehen, weil in diesem Fall die Technologie für das Bild arbeitet und nicht umgekehrt.“
Die
Playground-Kategorie ging an den deutschen Skate- und Snowboardfotografen Tim
Korbmacher. Es zeigt den südtiroler Biker Stefan Lantschner. Tim: „Stefan ist in die Röhre reingestiegen und machte sich einfach einen Spaß, später wurde seine Fahrweise intensiver. Das gab mir die Möglichkeit unbemerkt ein paar Techniken zu testen. Es dauerte aber eine gewisse Zeit, bis ich die Dimensionen dieses Stückes Pipeline ins richtige Format brachte. Nach der Session waren wir alle ziemlich hyper unterwegs dewegen!“
Für die Aufnahme dieser SanDisk-Sequenz eines sehr lebhaften Schattens zeichnet der Mexikaner
Miguel Angel Lopez Virgen verantwortlich – und erhielt dafür den Preis in der Kategorie
Sequence. Miguel: „Ich begann schon nervös zu werden weil es nur noch ein paar Tage bis zum Abgabetermin für Red Bull Illume hin war. Also nahm ich an einer nächtlichen Skate-Session bei uns in Guadalajara teil und schoß ein paar Tricks meines Freundes Alfredo Salcido, verwendete beim Entwickeln der Sequenz aber nur das erste Bild in der Abfolge. Den Rest überließ ich Alfredos Schatten.“
Bester Fotograf in der Kategorie
Spirit wurde der polnische Outdoor-Fotograf
Adam Kokot: „Der entspannte Typ am Bild ist der slowakische Kletterer Micha Krøl, die Gegend ist bekannt für ihre gefährlichen Routen. Das schwierigste an der Aufnahme war, Micha zu überreden, in die Wand einzusteigen. Als er sich dann kurz vor der schwierigsten Passage kurz ausrastete, hatte ich mein Bild im Kasten. Verstärkt wird die Ausgesetztheit durch den Einsatz eines Weitwinkel-Objektivs.“
Für das beste Bild in der Kategorie
Wings fotografierte der am Arlberg lebende
Marcel Lämmerhirt den Klippenspringer José Eber Pava Ordoñez beim Red Bull Cliff Diving Tourstopp in Hamburg im Jahr 2008. „Das Gebäude, von dem José gerade abhebt, ist die denkmalgeschützte Speicherstadt, einer der größten Lagerhauskomplexe der Welt. Um einen sicheren Bewerb zu garantieren, musste das Kanalbett darunter vertieft werden. Wegen der einsetzenden Ebbe hatten wir Fotografen nur eine Stunde vor Sonnenuntergang Zeit. Die Aufnahme entstand mit hochauflösendem HDR, um mehr Information auf das Bild zu bekommen. Um den typischen HDR-Look zu vermeiden, legte ich die fünf Einzelbilder manuell übereinander.“
Alle gezeigten Siegerbilder als Wallpaper zum Downloaden und noch viel mehr zum Red Bull Illume gibt es unter
www.redbullillume.com
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