Jürgen Fux Jürgen Fux mit der Trophäe von 2010 © Getty Images for Red Bull Air Race

Sein Werk steht bald am Kaminsims des Red Bull Air Race-Weltmeisters. Der österreichische Künstler Jürgen Fux über Idee und Innenleben einer der begehrtesten Trophäen des Sports.

Jürgen Fux hat sich die Inspiration für seine emporragende, dramatische und industriell angehauchte Skulptur just bei jenen Maschinen geholt, die die Teams in diesem bodennahen Highspeed-Luftsport zum Erfolg verhelfen.

Laut dem Salzburger Künstler, der für das letzte Red Bull Air Race nach New York geflogen ist, um die Action vor der Skyline von Manhattan hautnah miterleben zu können, repräsentiert die Trophäe mehrere Dinge gleichzeitig. Der Gedanke hinter der Konstruktion war, eine Skulptur zu kreieren, die die tiefe Verbindung zum Sport und den darin verwendeten Materialen zum Ausdruck bringen kann.

"Zuerst einmal repräsentiert sie Macht", sagt Fux über die aus 260 unterschiedlichen Teilen bestehende Trophäe. "Sie wiegt ungefähr 19 Kilo, ist um die 75 Zentimeter hoch und somit die höchste Trophäe, die jemals für diesen Bewerb angefertigt worden ist. Zweitens repräsentiert sie den Motor und die mechanischen Elemente der Maschinen. Am Anfang dachte ich daran, mit einem echten Motor zu arbeiten, aber dann wollte ich ihn nicht zerstückeln oder gar ganz zerstören. Deswegen habe ich die Glasplatten in verschiedenen Positionen angeordnet, damit man von außen sieht, dass es ein Motor ist."

Der Hammer-Test

Die Entscheidung, Glas, schwarzen Stein und Metall für die Trophäe zu verwenden, kam ebenfalls nicht von ungefähr. "Diese drei Materialien sind jenen ähnlich, mit denen das Red Bull Hauptquartier in Fuschl am See gebaut worden ist."
Selbst wenn die Trophäe zum größten Teil aus Glas besteht, ist sich der Designer sicher, dass sie – ähnlich wie die Flugzeuge beim Red Bull Air Race – gleichzeitig robust und solide ist. "Ich hab schon mit einem Hammer dagegen geschlagen und es ist nichts passiert", erzählt Fux lachend.

Der exklusive Preis hat außerdem noch eine besondere Eigenschaft, die vor allem den Piloten, die ihren Sieg mit Champagner feiern, gefallen wird. "Weil das Glas transparent ist, nimmt es die Farbe der Flüssigkeit an, die man hineinschüttet. Nimmt man also Champagner, wird die Trophäe golden", fügt Fux hinzu, der auch die Pokale für den zweiten und dritten Platz kreiert hat.

Für den Künstler war es das erste Mal, dass er eine Serie von Trophäen konstruiert hat. Eine Aufgabe, die ihm viel Spaß machte. "Für mich war es sehr interessant. Ich habe ein paar Beispiele gebaut und sie anschließend noch mal überdacht. Dann habe ich sie eingeschickt und das Okay bekommen. Geschäftsführer Bernd Loidl meinte, die Trophäen wären perfekt. Und das ist das Beste, das man einem Künstler sagen kann."

Fux entwickelte bereits Skulpturen, die in Medien und Film zu sehen waren. Im Moment arbeitet er an einem Projekt für die Eröffnung des Salzburger Musik-Festivals. Außerdem steckt er hinter der Niederalm Foundation, die Salzburger Bildhauer repräsentiert.

www.fux-juergen.com


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