Nur 9 Kilometer haben Paul Guschlbauer bei den Red Bull X-Alps 2011 bis ins Ziel gefehlt. Platz 3 im Endergebnis war dennoch ein sensationeller Erfolg. Im Interview spricht der 28jährige Grazer über den Support seiner Freundin, die anstrengende Müdigkeit und seine Motivation, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.
Wie schätzt du selbst deine Leistung ein?
Für mich persönlich ist die Leistung genauso optimal gewesen, wie sie nach aussen hin wirkt. Ich wollte bis zum Schluss bei den Red Bull X-Alps dabei sein, was ich erreicht habe. Die Platzierung hat für mich mehr als gepasst. Zum Abschluss konnte ich vom letzten Hügel auch noch das Meer sehen, was ein schöner Abschluss war.
Nur knappe 9 Kilometer vor dem Ziel war das Rennen vorbei. Was hast du da gedacht?
Jeder kennt das Regelwerk und so war es für mich überhaupt kein Problem. Ich wollte nur bis zum Schluss dabei sein. Dass ich so knapp vor dem Ziel war, ist super für mich. Mir war aber bewusst, dass ich nur noch einmal starten müsste und auch ich hätte die Zielplattform erreicht.
Dein Rennen war ein packender Zweikampf mit den Rumänen Toma Coconea. Beobachtet man die Konkurrenz?
Ich war es, der den Rumänen Toma Coconea bedrängt und gedrängt hat, weil ich immer ein wenig hinter ihm war. Was mich eher motiviert hat. Abends habe ich aufgeholt, tagsüber hat er wieder vorgelegt - das ging hin und her. Die Leute von außen haben mich zusätzlich motiviert. Während Coconea viel gelaufen ist, habe ich mir die Zeit genommen, auf den Berg zu gehen. Dann bin ich in Ruhe geflogen und habe mein Rennen genoßen. Der Druck Zweiter zu werden war jedenfalls nicht so groß, wie der Druck von hinten. Das hat mich in meiner Ruhe mehr gestört.
Welche Rolle übernimmt der Supporter, in deinem Fall deine Freundin Sara Gudelius?
Ohne Supporter geht es gar nicht. Man muss die Schuhe wechseln und die Nahrungsaufnahme muss auch richtig organisiert werden. Außerdem hätte man noch mehr Gepäck zu schleppen. Durch den Support erspart man sich einiges an Zeit und dazu kommt auch noch die psychologische Stütze. Sara hat mich immer wieder motiviert und war öfters mein Wecker. Es war eine unglaubliche Leistung, die Sara für mich erbracht hat. Vom Organisieren bis zum Routen-Checken hat sie mir den Rücken freigehalten.
Was sagst du zur Leistung des Siegers und Red Bull X-Alps-Dominators Christian Maurer?
Er ist fliegerisch einige Jahre vor mir. Was man am Ergebnis sieht. Seine Erfahrung ist ein Wahnsinn und macht ihn so stark. Den Erfolg gönne ich ihm und es spiegelt die wahre Leistung wider: Er ist der beste Flieger im Teilnehmerfeld. Den Einsatz und die Arbeit, die er ins Paragleiten gesteckt hat, um auf das fliegerische Niveau zu kommen, wurden belohnt. Diese Niveau am Schirm will auch einmal erreichen.
Einige Tagen sind vergangen, der Schmerz vielleicht auch. Wirst du dich wieder bei den Red Bull X-Alps anmelden?
Schmerzen waren eigentlich keine da. Zumindest war es eher die Müdigkeit, die mit Fortlauf des Rennens immer größer wurde und viel Kraft gekostet hat. Man nickt immer wieder ein und die Konzentration lässt nach. Zu den Red Bull X-Alps wollte ich immer und ich habe das Rennen genossen. Ich bin jetzt überzeugt: Das ist genau meins. Ich werde mich beim nächsten Mal sicher wieder bewerben. Mal schauen, ob ich wieder genommen werde...
Kommentare
Einen Kommentar hinzufügen