Sigi Grabner (c) Sigi Grabner

Auf der 13. Etappe seiner "Einmal bis ans Ende der Welt - und retour"-Tour legte Sigi Grabner in sechs Stunden und 20 Minuten 149 Kilometer zurück. In seinem aktuellen Blog berichtet der Snowboard-Gesamtweltcupsieger 2009 von seiner Rückfahrt nach Andorra.

Heute wurde es fast Mittag bevor ich weiterfahren konnte. Es gab erst ab 10 Uhr Frühstück, das war dafür fürstlich. Spanien ist - so scheint es - das Land für Spätaufsteher. Der weitere Tag wurde sehr schwül, obwohl sich die Sonne selten zeigte. Ich fuhr die Küstenstrecke weiter, und es fing bald zu regnen an. Ich stieg vom Rad, um meine tolle wasserdichte GORE BIKE WEAR-Regenwäsche überzuziehen, die ich ja schon gut verstaut habe. Kaum bin ich 20 Kilometer weiter, hört der Regen auf, und es wird mir unter der wasserdichten Überbekleidung natürlich zu heiß. Also steige ich wieder ab, ziehe das ganze Paket aus und verstaue es. Nach etwa 20 Kilometer fängt es wieder an zu regnen, diesmal heftiger. Ich? Steige wieder vom Rad und hole die Regenwäsche heraus, die ich vorher wieder gut verstaut habe. Nach einer Viertelstunde Fahrt hört der Regen auf, und die Sonne knallt herunter. Ich blieb ganz ruhig und zog das ganze Zeug wieder aus. Kaum in San Sebastian angekommen, was passiert? Regen! Da gab ich auf und ging ein paar Tapas essen …

Ich überquerte am Nachmittag bei Irun die Grenze zu Frankreich. Auf dem Rückweg bis Andorra möchte ich die Pyrenäen auf der französischen Seite befahren. Hier liegt das Pays Basque, die französische Baskenprovinz, und meine Regenhaube für den Helm geht leicht als Baskenmütze durch. Ich übernachte in Hasparren, rund 25 Kilometer südlich von Bayonne, in einem privaten Chambre d'Hote auf dem Land. Morgen starte ich in die französischen Pyrenäen. Es sind noch knappe 400 Kilometer bis Andorra. Wenn das Wetter mitspielt, schaffe ich es in zwei Tagen bis nach Hause.

Aber zuerst habe ich noch ein Problem. Es gibt nichts mehr zu essen! Hier in Frankreich ist die Küche um rund zwei Stunden früher dran als über der Grenze. "Desolé, la cuisine est fermé!" heißt es, als ich um halb zehn ein Restaurant suche. Andere Länder, andere Essenszeiten! Endlich finde ich eine Crèperie, in der die Übriggebliebenen verköstigt werden. Es gibt hier nicht nur alles an Spielmaschinen, Dart und einarmigen Banditen samt Publikum, sondern auch ganz tolle Crèpes. Ich esse mich durch die Speisekarte und bestelle als Vorspeise Crèpe végétarienne (mit Spiegelei und gegrilltem Gemüse), nehme als Hauptgang Crèpe au Saumon fumé (mit geräuchertem Lachs) und komme schließlich auf das beste Dessert ever: Crèpe aux amandes et au miel (Mandeln mit Honig) mit Schokoladesoße und Schlag! Hunger habe ich danach keinen mehr.


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