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Skispringer Thomas Morgenstern (23) blickt auf eine anstrengende Saison und eine Riesenbaustelle zurück. Im Interview erzählt Morgi von Tischtennisturnieren bei Olympia und seiner Mission Traumhaus.

Ein ereignisreicher Winter neigt sich dem Ende zu. Worüber hast du dich in dieser Saison besonders gefreut?
Über meinen ersten Weltcupsieg nach einem Jahr in Bischofshofen bei der Vierschanzentournee Anfang Jänner. Noch dazu auf einer Schanze, die mir normalerweise nicht so sehr liegt. Das war wirklich ein Traum für mich. Vor allem weil zu dieser Zeit viele Konkurrenten in Top-Form waren. Und ich stand bei der Siegerehrung neben Tourneesieger Andi Kofler, das hat mir auch was bedeutet. Natürlich zählen auch die Olympischen Spiele zu den Highlights.

Was hat dir 2009/2010 weniger gefallen?
Ganz klar meine Disqualifikation in Sapporo, wegen einer Lappalie. (Morgenstern öffnete noch im Auslauf seinen Anzug am Hosenbein, was damals nicht regelkonform war, Anm.). Im Endeffekt hat mich die Disqualifikation einen zweiten Platz im Weltcup und 80 Punkte gekostet. Das werde ich sicher nie vergessen, vor allem, weil es die Regel mittlerweile nicht mehr gibt. So kann man auch in die Geschichte eingehen (lacht).

Du hast Olympia angesprochen. Wie habt ihr euch im Mannschaftsquartier eigentlich die Zeit zwischen den Bewerben vertrieben?
Wir haben immer eine ganze Menge Spiele mit. In Vancouver standen vor allem Tischfußball und Tischtennis auf dem Programm. Wir haben Turniere gespielt. Solche Sachen sind gut, weil man dann nicht immer an Skispringen denkt und trotzdem eine Herausforderung hat. Und ich mag Competitions. Früher hatten wir übrigens immer eine Dartscheibe dabei.

Wer ist der beste Tischtennisspieler unter den Österreichischen Superadlern?
Ich hab versucht, von Tag zu Tag besser zu werden. Aber der Wolfgang Loitzl ist schon ziemlich gut.

War bei euch das schlechte Abschneiden der Ski-Herren ein Thema?
Während der Spiele eigentlich nicht so. Wir haben uns darüber nicht den Kopf zerbrochen und hatten ja selbst große Ziele in Vancouver. Aber natürlich haben wir den Skifahrern die Daumen gedrückt. Vor einigen Jahren haben sie ja alles in Grund und Boden gefahren. Nur weil es jetzt einmal bei Olympia nicht geklappt hat, ist das kein Weltuntergang.

Kann man sich als Profisportler in die Lage der Kollegen hineinversetzen?
Ja, absolut. Ich kenne das ja auch. Man hat eine sehr gute Saison, und danach eine nicht so gute. Das sind dann plötzlich viele Leute wieder weg, die da waren, als man Erfolg hatte.

Du bist zurzeit auch Häuslbauer. Wann wird dein neues Heim bezugsfertig?
Wir sind schon im Endstadion. In zwei bis drei Wochen sind wir fertig. Das Carboard fehlt noch und ein paar kleinere Arbeiten.

Ist Thomas Morgenstern ein begabter Handwerker?
Ich hätte gern mehr selbst gemacht, aber das ist schwierig, wenn man nur alle heiligen Zeiten zu Hause ist. Da bist du dann eher im Weg (lacht). Wir haben aber super Profis am Werk. Und die Baustelle war für mich immer eine schöne Abwechslung zum Sport.

Stehst du bei der Innenausstattung mehr auf Holz oder auf modernes Design?
Wir sind eigentliche sehr modern unterwegs. Abgesehen von den Möbeln haben wir sehr wenig Holz verwendet. Dazu kommen große Fensterfronten mit viel Glas und einem herrlichen Blick auf den Millstätter See.

Hast du die Möbeln ausgesucht oder deine Freundin?
Das haben wir natürlich gemeinsam gemacht.

Was sind die anstrengendsten Erlebnisse beim Hausbau?
Anstrengend ist da Warten bis das Haus endlich fertig ist (lacht). Nein, im Ernst: Anstrengend ist zum Beispiel, dass man jede Kleinigkeit aussuchen muss, Lampen, Armaturen und so weiter. Man will ja, dass alles perfekt ist.

Und die schönsten Seiten?
Man erlebt, wie ein Lebenstraum in Erfüllung geht. Das bedeutet mir sehr viel. Und ich schätze es auch, dass ich schon mit 23 Jahren die Möglichkeit habe, mir diesen Traum zu erfüllen. Ein positiver Nebenaspekt ist übrigens, dass ich jetzt endlich genug Platz für mein ganzes Sportzeug habe. Das war in meiner alten Wohnung nicht so. Jetzt habe ich endlich einen Abstellraum.

Letzte Frage: Du hast schon den Pilotenschein für Kleinflugzeuge. Wann sehen wir dich in richtig großen Lienenfliegern?
Ich habe jetzt mal den Grundstein gelegt. Die Fliegerei ist für die Zeit nach meiner Karriere natürlich eine Option. Aber daran, was in zehn Jahren sein könnte, denke ich noch nicht. Vielleicht fange ich ja bei den Flying Bulls an.

www.thomasmorgenstern.com


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