kili_fichtinger Foto: Photofiles/Fichtinger

Kilian Fischhuber (26) legt nicht einmal für Interviews eine Trainingspause ein. Deshalb redet und radelt der Boulder-Weltcupsieger gleichzeitig. Ein flottes Gespräch über sein Leben als Profikraxler.

Hallo Kilian, was machst du gerade?
Ich sitze am Fahrrad und spule Kilometer ab. Wir können aber ruhig weiterreden, wenn es dich nicht stört. Ich fahre einfach weiter.

Auf einer neuen Kletter-DVD ist dein Erstdurchstieg des Boulders „Airstar“ in Südafrika zu sehen. Der Felsen hat den Schwierigkeitsgrad 8b. Wie fühlt man sich als Eroberer?
Es war nicht die allerlängste Strecke, aber es ist natürlich schon etwas Besonderes. In der Wand war ein weiter Sprung zu absolvieren, das absolute Highlight. Viele gute Kletterer haben diesen Boulder versucht und sind gescheitert. Dass ich es nach langer Vorbereitung geschafft habe, ist natürlich ein besonders Gefühl.

Was macht ein österreichischer Kletterer im Winter, wenn bei uns Schnee liegt?
Ich habe heuer 14 Tage in Spanien verbracht, in der Nähe von Lleida, das liegt bei Barcelona. Wir hatten alles was ein Kletter-Trip braucht: Gutes Wetter und schwere Routen. Und ich habe Leute wie Dave Graham getroffen, einen der besten Kletterer der Welt.

Hast du die Olympischen Spiele mitverfolgt?
Ich trau es mich ja fast nicht sagen, aber mittlerweile gefällt mir Biathlon schon fast besser als Skifahren. Wenn man das global betrachtet, hat diese Sportart ja auch viel mehr Fans. Ich habe früher viel mehr Ski geschaut und war auch öfter selbst auf der Piste. Lindsey Vonns Sieg in der Abfahrt habe ich aber mitbekommen. Das war schon lässig, wie souverän sie das geschafft hat.

Wenn du gerade nicht am Rad sitzt, bestreitest du zurzeit die „Challenge the Wall“-Tour. Worum geht es dabei genau?
(Keucht) Es ist eine Tour quer durch Europa, bei der jeweils ein Profi-Kletterer und ein Amateur gegen ein anderes Zweierteam aus einem Profi und einem Amateur antreten. Am Wochenende waren wir in Stuttgart. Dort haben uns 800 Leute zugesehen. Es war eine Stimmung wie beim Fußball: Die Leute sind sich gegenseitig auf den Zehen gestiegen.

Überrascht dich eine solche Kulisse?
Im Weltcup sind teilweise mehr als 1000 Zuseher dabei und es kann auch ab und zu laut werden. In den USA sind die Zusehermassen bei Kletterbewerben oft noch viel größer. Es ist schön, wenn man ein wenig herumkommt und die Wirkung des Klettersports in verschiedenen Teilen der Welt mitbekommt.

Wo führen dich deine nächsten Reisen hin?
Im Zuge der „Challenge the wall“-Tour werde ich nächsten Donnerstag Richtung Amsterdam fliegen, danach geht es weiter nach Zürich. Außerdem stehen Bewerbe in Mailand und Turin auf meinem Kalender. Nach dem Stopp in Italien geht es weiter nach Sheffield. Da kommen mit der Zeit schon einige Flugmeilen zusammen.

Werden wir dich am 20. März beim „Challenge the wall“-Tourstopp in Wien sehen?
Nein leider, da bin ich in Italien bei den World Military Winter Games. Aber mit Angy Eiter und David Lama werden die österreichischen Kletter-Stars vorbeischauen. (Keucht) So, ich glaube ich muss jetzt auflegen.

www.kilian-fischhuber.at


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