Es gibt Erfreulicheres an einem Powder-Wochenende als gebrochene Knochen und ein Schneebrett. Leider war beides beim Freeride-Inferno am vergangenen Samstag der Fall.
Hi Leute,
Gleich eines vorweg: unser Freeride Inferno in Ischgl am vergangenen Wochenende ist leider infernalischer ausgefallen als geplant. Das größte Problem war sicherlich die Massenkarambolage, als mehrere Skifahrer an einer unübersichtlichen Stelle in einen Gegenhang sprangen.
Dabei wurden vier der Fahrer verletzt, es gab Knochenbrüche und leider auch eine Wirbelverletzung. Der Betroffene wird wohl noch einige zeit heilen und therapieren müssen um wieder der alte zu werden. Ein Mädchen bekam das Knie einer Mitbewerberin in den Rücken und erlitt eine Nierenquetschung.
Dann ging an diesem Tag auch noch eine kleine Lawine ab, die ein paar Teilnehmer an ihren Ausläufern mitriss. Verschüttet wurde niemand, aber danach war bei allen Beteiligten die Stimmung ziemlich im Keller.
Obwohl auch lokale Lawinenexperten involviert waren, haben wir den labilen Hang nicht als solchen erkannt – dieses Schneebrett haben wir aber einfach nicht gerochen.
Was für ein Tag! Dabei hatte er vielversprechend begonnen: Die braunen Flecken waren vom Schneefall in den Stunden vor dem Start verdeckt worden, das Wetter war schön und es war einfach toll zu Fahren.
Das Freeride-Inferno, ursprünglich für Snowboarder erdacht (Skifahrer kamen erst in der Saison 2005/06 dazu) und zum ersten Mal beim Burton European Open 1999 auf der Seegrube durchgeführt, ist bislang ohne ernsthafte Verletzungen oder gar Lawinen von statten gegangen. Deswegen ist es umso erstaunlicher welches Pech wir heuer gleich mehrfach hatten.
Wenn der Bewerb glatt und kontrolliert über die Bühne geht, ist es ein Riesenspaß mit einem ganz speziellen Flair. Und am Berg geht’s mörderisch zur Sache, bevor am Abend bei BBQ und Party relaxed wird.
In meiner Wahlheimat Rumänien hatten wir gerade vor drei Wochen, am 13. März, eine Inferno-Ausgabe, die sehr gelungen war. Außerdem findet dort jeden Winter das Red Bull 1000 Trails, ein Rennen für Schneemobile, statt. Heuer hatten wir dabei am ersten Tag starken Schneefall und deswegen eine kurze Strecke, der zweite Tag war länger, der dritte dann eine richtig lange Etappe.
Für mich und 350 Mitarbeiter starten dieser Tage dann auch schon die Vorbereitungen für die Red Bull Romaniacs, die am 26. Juni beginnen. Das heißt, wir fangen mit der Logistik und der Planung an, und damit, das GPS einzuspielen und die Strecke herzurichten.
Doch bevor es Sommer wird, will ich noch einmal in den österreichischen Schnee. Und zwar am 17. April beim Longboard Classic in Stuben am Arlberg. Das ist eine typische Veranstaltung, bei der alte Säcke wie ich mit altem Equipment jungen Säcken mit altem Equipment den Spirit der Pionierzeit des Snowboardens zeigen.
Nur dass die jungen Säcke wesentlich fitter sind, was sich am Start bemerkbar machen wird, bei dem man 100 Meter bis zu seinem Schwalbenschanzboard laufen muss. Nach so einer Strapaze bin ich erfahrungsgemäß schon streichfähig. Laufen ist leider nicht so mein Ding, ich bin jemand, der lieber jeden Meter auf irgendeinem fahrbaren Untersatz fährt.
Bis bald, Martin
Kommentare
Einen Kommentar hinzufügen