Über die kommende Saison, die Tristkogel-Challenge mit Benjamin Karl und äthiopische Rennmaschinen berichtet uns Bergläufer Markus Kröll.
Grüß Euch,
Die Saison hat begonnen. Gerade war ich in Frankreich beim Lauf auf den Mont Ballon im Elsass. Dabei bin ich nur 13. geworden, was mich klarerweise ein bisschen enttäuscht.
Die Gründe dafür mögen die lange Anreise (sieben Stunden) gewesen sein, der späte Start um 15:00 (alpine Bergläufe werden meistens um diese Zeit beendet), aber auch die relative Flachheit des Berges (20 %) mit seinen drei langen Bergab-Passagen. Runterlaufen liegt mir nämlich überhaupt nicht – schließlich bin ich Bergläufer und nicht Bergab-Läufer.
Doch was soll’s, schließlich bin ich beim Innsbrucker Stadtlauf unter 2.500 Startern Fünfter geworden und das mit einer ausgezeichneten Zeit von 31 min. 32 s. Das freut mich narrisch.
Am kommenden Wochenende geht’s auch schon weiter in die Schweiz zum Gamperney-Lauf in Buchs / Grabs. Darauf freue ich mich schon, weil die Strecke mich an die heurige Staatsmeisterstrecke auf den Asitz bei Leogang an der Salzburgerisch/Tiroler Grenze erinnert. À propos: Heuer will ich meinen dritten Staatsmeister-Titel und der 6. Juni ist nicht mehr weit. Trotzdem kann ich’s kaum erwarten.
Zum ersten Mal seit geraumer Zeit fühle ich mich wirklich fit und gesund, was sicher mit meinen Zähnen zu tun hat – ich hatte ja lange Zeit einen Splitter in meinem Zahnfleisch, was für eine Nervenentzündung in meinem Rücken geführt hat. Nun passt alles wieder und ich bin scharf auf de Saison.
Eingeläutet habe ich sie mit meinen schon fast traditionellen Trainingswochen in Südafrika.
Auch diesmal war meine Familie wieder dabei, allerdings nur zehn Tage weil meine kleine Tochter Elena ja mittlerweile in die Schule geht.
Am 12. Juni findet meine Premiere beim Tristkogel Challenge in Kitzbühel statt. Dort werde ich gemeinsam mit meinem „Stallkollegen“ Benjamin Karl antreten, der den Mountainbike-Part bei diesem Biathlon übernimmt. Ich kenne Benni schon lange vom Dolomitenmann in Lienz, der ja von seinem künftigen Schwiegerpapa Werner Grissmann geleitet wird. Benni mag ich gern: er ist sehr stark im Kopf und ich hoffe natürlich auch in den Wadeln.
Gespannt bin ich in dieser Saison auf die Leistungen der Afrikanischen Läufer. Es geht zur Zeit das Gerücht um, dass Steirische und Tiroler Unternehmer in Kenia und Äthiopien veranstalten: Ziel ist, die besten Läufer (und die sind dann wirklich gut!) nach Europa zu bringen, sie gewinnen zu lassen und das Preisgeld zu ihren Gunsten zwischen sich und den Läufern aufzuteilen. Wenn das so ist, wäre das glatt moderner Menschenhandel.
Schon letzte Saison war ein Läufer aus Kenia, John Sombol, beim Skaala-Lauf in Norwegen zwei Minuten (!) schneller als der offiziell weltbeste Bergläufer Jonathan Wyatt. Das war dann doch etwas überraschend für die Szene. Aber schau’ ma mal: ich lass mich überraschen!
Markus
www.markus-kroell.com
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