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 Rang 5 bei der MTB-WM in Kanada - „Traum, Traum, Traum“, jubelt Lisi Osl über ihr Ergebnis. Nach einer durchwachsenen Saison darf die Kirchbergerin am Ende des Jahres doch noch strahlen.

„Das ist ein Gefühl, als ob ich aufs Podest gefahren wäre! In meinem Leben war ich wahrscheinlich selten so befreit wie jetzt in diesem Augenblick“, so Lisi nach der Zieleinfahrt. Kontinuierlich arbeitete sich die Kirchbergerin von der 12. Position unmittelbar nach dem Start zunächst auf Rang 8 und schließlich auf den ausgezeichneten 5. Platz vor: „Diesmal bin ich endlich wieder richtig Rennen gefahren! Ich konnte voll rein steigen, bin nicht gegen mich, sondern wirklich gegen die Konkurrentinnen gefahren. Das war das Beste, was mir für mein sportliches Selbstbewusstsein passieren konnte!“

Dabei war das WM-Rennen der Damen-Elite im kanadischen Mont Sainte Anne schon beinahe ein Cross Country-Thriller: Weil es bis kurz vor Start in Strömen geregnet hatte, präsentierte sich die ohnehin schon äußerst selektive Strecke als gefährliche Rutschpartie. Besonders die Abfahrten verlangten den Damen alles ab, was auch Lisi mit einem Sturz im Steinfeld leidvoll erfahren musste: „Durch den Sturz bin ich zwar erst so richtig aufgewacht. Ich war aber auch erschreckt und bin die nächsten beiden Male über den „Chickenway“ ausgewichen.“ 

„Ich wollte kein Chicken sein“
„In den letzten beiden Runden habe ich mir gedacht, wenn du Fünfte werden willst, dann musst du gerade und kompromisslos runter stechen. Über den Chickenway hätte ich zu viele Sekunden liegen gelassen. Das Podium war außer Reichweite, ich bin aber stolz, dass ich in diesem langen Rennen nur zwei Minuten hinter der Spitze liege“, sagt die Kirchbergerin.
Den WM-Titel sicherte sich die Polin Maja Wloszczowska vor der Russin Irina Kalentieva, Bronze ging an die US-Amerikanerin Willow Koerber.

„Ich weiß jetzt, dass ich mich auf ein Großereignis gezielt vorbereiten kann. Es war so unglaublich wichtig für den Kopf und für meine weitere Karriere, am Tag X da zu sein. Schließlich plane ich noch bei so einigen Großereignissen mitzumischen“, so Osl, die am Montag in Richtung Heimat fliegt, um schon in zwei Wochen das Bundesliga-Finale zu bestreiten. Trainiert wird noch bis Ende Oktober, dann gibt’s eine kleine Pause, aber: „Die Motivation ist jetzt schon wieder voll da. Ich freue mich auf alles, was auf mich zukommt. Aber jetzt erst einmal genießen, weil, hallo, Fünfte bei einem WM-Rennen zu werden, ist einfach nur Wahnsinn!“

Unterstützung aus der Heimat

Den Erfolg hat Lisi auch ihrem Team zu verdanken: „Vom österreichischen Nationalteam wurde ich so super betreut. Ich musste nur noch Rad fahren und konnte mich voll auf die Trainer verlassen! Ein tolles Gefühl und eine super Gemeinschaft. Selbiges habe ich hier auch wieder von Red Bull erfahren. Auch hier auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön!“

Auch ein Fan aus der Heimat war dabei, den Lisi zwar nicht mitgebracht hatte, dennoch aus ihrer Umgebung ist: „Es waren unheimlich viele Leute an der Strecke, die unheimlich laut für die Lokalmatadorin geschrien haben. Aber auch wir hatten Unterstützung aus der Heimat. Unsere ehemalige Kirchberger Nachbarin, die jetzt in Kanada lebt, schwenkte für mich und Maria die österreichische Flagge!“
 
Lisis Ziel nächstes großes Ziel: die olympischen Spiele 2012 in London - wie sie in einem Interview verrät.
 
 

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