Nach ihrem Triumph im Gesamtweltcup ist Mountainbikerin Lisi Osl (24) heuer die große Gejagte. Im Interview spricht die Tirolerin über die neue Rollenverteilung, Ernährungssünden und den Mann fürs Leben.
Mit dem Sieg im Cross-Country-Gesamtweltcup war das vergangene Jahr ein großer Erfolg für dich. Wie sehen deine Erwartungen für 2010 aus?
Das ist extrem schwierig zu sagen. Nach der sehr guten Saison ist die Ausgangssituation anders. Ich versuche natürlich, so weit vorne wie möglich zu sein. Unter die Top Ten sollte ich schon kommen. Trotzdem will mir aber keinen Druck machen.
Wie bewertest du deinen fünften Platz in Lugano am vergangenen Sonntag?
Es war kein gutes Rennen. Ich habe mich nicht gut gefühlt. Über Ostern hatte ich ziemlich umfangreich trainiert und erlag meiner Müdigkeit. Der Rückstand auf die Siegerin war ziemlich groß.
Wer sind heuer deine größten Konkurrentinnen um den Gesamtsieg?
Über den Winter wurden die Karten wieder neu gemischt. Es ist schwer einzuschätzen. Irina Kalentieva (RUS) und Lene Byberg (NOR) sind sehr stark. Aber es tauchen sicherlich noch einige gute Kandidatinnen auf.
Wie sieht für dich das optimale Training aus?
Es sollte eine gute Mischung aus Grundlagen-, Ausdauer-, und Krafttraining sein.
Wie wirst du dich für die ersten Weltcuprennen im britischen Dalby Forest am 25. April vorbereiten?
Ich werde das Training erst einmal wirken lassen. Ich werde den Schwerpunkt mehr auf kurzes und qualitatives Training setzen und die Schnelligkeit verbessern.
Worauf achtest du bei deiner Ernährung?
Ich ernähere mich nur von Vollkorn-Produkten und verzichte auf Zucker. Bei Fett bin ich sehr wählerisch. Sahne und Butter esse ich nicht. Ansonsten habe ich eine sehr ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse und Fisch. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich auf etwas verzichte - außer wenn ich Nutella sehe. Dann kann es sein, dass ich mal nicht widerstehen kann.
Auch heuer reist du für deinen Sport rund um den Globus. Wie viele Sprachen kannst du?
Ich kann nur Englisch und Deutsch. Ich bin zu faul, um andere Sprachen zu lernen. Mit Englisch kommt man ja auch schon sehr weit. Das Reisen an sich ist anstrengend. Aber wenn man dann vor Ort ist, gefällt es mir sehr. Vor allem Neuseeland und die Schweiz haben mir sehr gut gefallen. Ich mag die Berge und die Menschen.
Mountainbike-Rennsport ist bei euch eine Familientradition. Könntest du dir vorstellen, in einer anderen Sportart so erfolgreich zu sein?
Ich habe früher viel Volleyball gespielt. Mountainbiking ist einfach ein schöner Sport, weil man sehr flexibel ist. Man kann einfach vor die Haustür gehen, muss sich nicht an Öffnungszeiten orientieren. Ich mag Outdoor-Sport.
Hast du einen Freund?
Nein, ich hab keinen Freund und lege mich auch nicht auf einen Typen fest. Es muss einfach passen. Sport ist keine Hauptvoraussetzung, aber es wäre natürlich super, wenn er auch sportlich ist.
Was machst du in deiner Freizeit?
Der Sport ist schon sehr aufwendig. Ich bin gerne daheim und genieße die Ruhe. Ich koche auch sehr gerne.
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