A-trak

A-Trak ist einer der begnadetsten Turntable-Zauberer Amerikas und Head-Judge von Red Bull Thre3style in Kanada. Ein Gespräch über das Geheimnis eines gelungenen Sets, die Beschleunigung von Party-Musik und wie man in 15 Minuten berühmt wird.

DJ A-Trak (28) war bereits im zarten Alter von 15 DMC-Weltmeister und hat seither bei vielen Battles und Meisterschaften brilliert. Auf persönlichen Wunsch von Kanye West begleitete er den Rapper als Tour-DJ, remixte und produzierte Bands und Dancefloor-Acts wie Boys Noize, Laidback Luke und die Yeah Yeah Yeahs. Zur Peak Hour vieler angesagter Parties steht A-Trak im DJ-Booth, die er oft mit den größten Namen des nächtlichen Business teilt. Naheliegend also, dass er dem kanadischen Finale von Red Bull Thre3style 2009 und 2010 als Judge vorsitzt. Der in Montreal geborene A-Trak ist das Vorzeige-Beispiel eines Red Bull Threestyle-Djs: Nämlich zu gleichen Anteilen Turntable-Trickser und Party-Rocker.

Dein Hintergrund ist Turntablism und HipHop, in den vergangenen Jahren hast du deine Arbeit aber vermehrt auf den Dancefloor verlagert und Acts wie Boys Noize und Laidback Luke remixt. Kannst du diesen Wandel beschreiben?
Viel davon hat sich organisch im Lauf der Zeit entwickelt. Ich schätze, es muss 2005 oder 2006 gewesen sein, als wir anfingen, unsere HipHop-Sets experimentierfreudiger zu gestalten, haben andere Styles einfließen lassen. Als DJ hast du immer ein Auge auf das Publikum, so kriegst du auch mit, was die Leute mögen und was die Party ins Rollen bringt. Langsam wurden unsere Sets dann immer schneller.

Wenn du deine brachialen und fetzigen Sets spielst, sind deine Errungenschaften als Scratch-DJ und Turntablist noch immer präsent?
Auf jeden Fall! Obwohl mein Stil nun breiter gefächert ist, bringe ich immer noch Scratches und Beat-Juggling mit ein. Ich bemühe mich jedoch, es nicht zu übertreiben sondern diese Elemente als Kolorierungen und Verzierungen meines Sounds einzusetzen.

Worauf achtest du, wenn du als Judge bei Red Bull Thre3style einen Teilnehmer beurteilst?
Persönlich fühle ich mich immer ein bisschen zu den Teilnehmern hingezogen, die eine DMC-Vergangenheit haben. Sie kommen generell mit dem Erwartungsdruck besser zurecht und haben diese kämpferische Einstellung, die dazu führt, dass sich irgendwo plötzlich ein Kreativitäts-Schalter umlegt.

Du bist fixer Bestandteil des DJ-Battle-Zirkus. Worin unterscheidet sich Red Bull Thre3style von den Battles, die du kennst?
Nun, es ist ein komplett unterschiedlicher Ansatz: Bei Red Bull Thre3style geht's darum, die Party zu rocken. Punkt. Das ist die schwierige Herausforderung für die Teilnehmer. Obwohl keine großartigen technischen Zaubereien gefordert werden, ist es schwer genug, 15 Minuten eine Crowd möglichst effizient und umwerfend zu begeistern – besonders wenn so viele andere DJs dabei sind, die dieselbe Zeitspanne zur Verfügung haben.

Darin besteht die Herausforderung?
Ja, und auch für das Publikum ist es anstrengend, so viele kurze Sets hintereinander serviert zu bekommen. Die Challenge besteht einerseits darin, sich innerhalb des Zeitrahmens zu halten, gleichzeitig darauf zu achten, dass die Energie beständig hoch bleibt und dass das Publikum mitgeht. Klarerweise gibt es bei den regionalen Ausscheidungen DJs, die ihre Fans dabei haben und zu Publikumslieblingen im Saal avancieren. Das wird aber im Dezember beim internationalen Finale in Paris aber nicht möglich sein – dort sind dann nur noch die tatsächlich besten DJs. Die machen dann die Entscheidung unter sich aus und das dürfte hochgradig interessant werden.


Einen Einblick in die Arbeit von DJ A-Trak bei der Red Bull Music Academy 2007 in Toronto gibt es hier:

 


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