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Es ist laut Jan Delay das beste deutschsprachige HipHop-Album der letzten Jahre. Der Wahl-Berliner Marteria hat in seinem neuen Werk „Zum Glück in die Zukunft“ eine Vielzahl an Gastinterpreten (Miss Platnum, Peter Fox) und Styles (Electro, Dancehall, Dubstep) vereint – was die Platte zu einem Hörerlebnis der besonderen Art macht.

So vielschichtig wie sein Album ist auch Marten Laciny aka Marteria selbst. Vom talentierten Jung-Kicker (er war im deutschen U17-Team) bis zum Model (New York, Paris, Mailand, Boss und Valentino) bis hin zum Schauspieler (Reduta-Schauspielschule in Berlin) – der 27-jährige gebürtige Rostocker scheint sich in vielen Genres wohl zu fühlen. Im Song Endboss erzählt er uns gleich auch seine Lebensgeschichte. Im Interview wollen wir aber mehr über Marten Laciny erfahren.

Dein neues Album heißt „Zum Glück in die Zukunft“ – deine Vergangenheit hört sich aber doch auch recht spannend an …
Das stimmt schon – es soll aber auch weiterhin spannend und aufregend bleiben. Und man hofft natürlich darauf, dass es so weiter geht. Der Titel ist ja auch zweideutig – einerseits bedeutet er, dass man hin zum Glück, das in der Zukunft liegt, steuert. Andererseits, dass die Zukunft auch neues Glück bieten kann und man Vergangenes und Rückschläge hinter sich lassen sollte. Ich bin keiner, der in der Vergangenheit lebt. Ich denke das Jetzt soll geil und aufregend sein.

Du sprichst von Rückschlägen. Welche waren das bei dir?
Ich denke schon darüber nach, ob ich nicht als Fußballer Karriere machen hätte können. Und die Sache mit meinem Sohn, der bei seiner Mutter – meiner Exfreundin – wohnt: Ich bin Wochenend-Papa, was wirklich das beschissenste ist, was man sich vorstellen kann.

Im Song „Endboss“ lässt du dein Leben Revue passieren. Welchen Endboss will Marten Laciny noch besiegen?
Der Tod ist der Endboss, dem wir uns alle stellen müssen. Den kann man nicht bezwingen, gegen den Tod verliert jeder. Noch habe ich aber keine Angst vor ihm. Und so lange man dem Endboss nicht gegenübersteht, sollte man Spaß haben, feiern und das Leben genießen.

In „Verstrahlt“ besingst du ein tristes, monotones Leben – und, dass erst durch eine Frau alles schön und außergewöhnlich wird. „Sie“ eben alles überstrahlt, dich verstrahlt ...
„Sie“ steht ja nicht unbedingt für eine Frau. Das „Sie“ kann alles sein, was dich aus deinem Alltag rausreißt – es kann eine fette Party sein, ein geiler Ausblick in den Bergen, dein Kind, und ja, natürlich auch die Liebe deines Lebens. Ich lasse dem Hörer hier genug Interpretationsmöglichkeiten und wollte den Song bewusst offen lassen.

„Wir Deutschen sind ein Volk von Text-Liebhabern“, hast du mal gesagt. Magst du die Texte von Herbert Grönemeyer?
Ja, ich mag ihn und bin sogar ein großer Fan. Nicht nur, weil meine Mutter ebenfalls Fan ist und ich mit seiner Musik aufgewachsen bin. Alte Platten wie „4630 Bochum“ sind einfach Klasse. Aber auch die neuen, wie „Mensch“, Alben, mit denen ich also nicht als Kind, sondern als Erwachsener konfrontiert wurde, treffen genau ins Schwarze. So wie Grönemeyer die deutsche Sprache einsetzt, wird sie greifbar und schön zugleich.

Zu den Texten: Sind alle Lyrics von dir selbst geschrieben?
Ja, alle Texte sind von mir. Während der Produktion ändert man zwar dort und da was, wobei natürlich die Produktion mithilft - wenn eine Zeile nicht zu einem Hook passt, etwa. Mit meinen Produzenten (Krauts, die schon „Stadtaffe“ von Peter Fox produziert haben) ist das eine runde Sache.

Bei deiner neuen Platte machen Jan Delay, Peter Fox, Miss Platnum und Yasha mit. Hast du etwa Jan Delays Nummer in deinem Handy und rufst ihn an? … oder wie darf man sich die Zusammenarbeit vorstellen?
Ja, ich ruf die alle wirklich an. Alle Features sind nicht eingekauft. Die Gäste auf meiner Platte sind mein Freundeskreis. Jan Delay hat mich damals auf seine Tour mitgenommen und mich gefördert, er ist mein Mentor.
 
Wer das neue Marteria-Album sein eigen nennen will: bis Mittwoch 18 Uhr hat man Zeit, auf www.facebook.com/redbulltourbus die neue Scheibe zu gewinnen.

Zum Glück in die Zukunft" von Marteria ist seit 20. August im Handel.
 

 


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