Christian Schiester (c) Roland Bogensperger

Die letzte Etappe des Sahara Race brachte keine Veränderung mehr im Klassement. Im Sprint ging es für die verbleibenden Teilnehmer zu den Pyramiden von Gizeh, wo nach 250 Kilometer langen Strapazen endlich die Ziellinie wartete. So auch für Christian Schiester, der seinen zweiten Platz bejubeln durfte.

Christian Schiester: Mit dem heutigen Tag hat die Qual ein Ende. Auf uns wartete nur noch eine Sprintetappe von 1,1 Kilometern, auf der es gar keine Zeitnehmung mehr gab. Pflicht war es nur, die Distanz im Zeitlimit von zehn Minuten zu überwinden. Das klingt zwar leicht, war aber für manche eine große Herausforderung. Humpelnd, mit steifem Knie oder brennenden Fußsohlen quälten sie sich noch ein letztes Mal durch den Wüstensand, um nicht auf der finalen Etappe aufgeben zu müssen.

Für mich war es praktisch die Kür. Im Gleichschritt mit Paolo Barghini und Luis Marcos Silvestre flog ich dem Ziel entgegen. Unter dem herrlichen Panorama der drei mächtigen Pyramiden liefen wir fast ehrfürchtig über die Ziellinie: Ein würdiges Siegertrio, das bis zuletzt alles gegeben hat und sich nach 250 Kilometern freundschaftlich und fair in den Armen liegt – überglücklich mit dem Ergebnis und heilfroh, dass die Strapazen endlich vorbei sind.

Ich möchte vor allem Paolo zu seinem Sieg gratulieren! Er hat hier eine unglaubliche Leistung gezeigt, Ausdauer und ein taktisches Händchen bewiesen und daher verdient gewonnen. Es ist mir eine Ehre mit ihm am Podest stehen zu dürfen. Aber auch Luis möchte ich meinen Respekt aussprechen. Er hat mir einen der härtesten Kämpfe Mann gegen Mann geliefert, die ich jemals erleben durfte. Weniger als drei Minuten haben uns voneinander getrennt, ein gerade zu lächerlich kleiner Vorsprung auf so einer langen Distanz. Er war ein würdiger Gegner, den ich nur knapp die Stirn bieten konnte.

Das Sahara Race 2009 war für mich eine tolle Erfahrung, auch wenn die Schmerzen noch länger spürbar sein werden. Ich habe alles gegeben und bin stolz auf meinen zweiten Rang. Die Wüste hat mich mit ihrem Charme und ihrer traumhaften Natur wieder verzaubert. Dennoch freue ich mich jetzt wieder auf meine Familie und meine Heimat. In den kommenden Tagen und Wochen werde ich viel zu erzählen haben. Vorerst steht jetzt nur leichtes Auslaufen auf dem Programm. Die restliche Zeit werde ich aber zum Tüfteln nutzen, es gibt wieder vieles, das ich gelernt habe und einiges zu verbessern. Denn: Die Vorbereitung auf Australien im April 2010 hat bereits begonnen!

Run on, Christian Schiester
 

Endstand nach Etappe 6:

1. Paolo Barghini (ITA) 28:14:38
2. Christian Schiester (AUT) 29:28:02 (inkl. 30 Minuten Zeitstrafe)
3. Luis Marcos Silvestre (ESP) 29:30:47 (inkl. 15 Minuten Zeitstrafe)
4. Tobias Frenz (GER) 31:46:38
5. George Chmiel (USA) 32:20:40
6. Luke Carmichael (UK) 32:32:34

 


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