Diese junge Frau setzt gerade zum Höhenflug an – und will so schnell nicht mehr runterkommen: Paloma Faith, das Bindeglied zwischen Varieté und 21. Jhdt.
Paloma Faith, 24, wuchs im knallharten Londoner Viertel Hackney auf und heimste bereits mit ihrem ersten Album, Do You Want The Truth Or Something Beautiful, Gold ein. Gefragt nach ihren Einflüssen, fallen Namen wie Edith Piaf, Billie Holiday, PJ Harvey und vor allem die große amerikanische Soul-Lady Etta James.
Halb Engländerin, halb Spanierin, absolvierte Paloma eine Ausbildung in zeitgenössischem Tanz („Mit Abstand die schlimmste Erfahrung meines Lebens!“), hat einen Master-Titel in Theaterregie inne und weiß ganz genau, wie man sein Publikum zum Schnurren bringt. Ihre Zähne schleifte die katzenhafte Dame in diversen Varietés und Burlesken-Theatern. Eine erste große Filmrolle hatte sie an der Seite von Jude Law und Johnny Depp in Terry Gilliams Das Kabinett des Dr. Parnassus.
Ihre neue Single Upside Down, die heute erscheint, dürfte bereits morgen die Welt im Sturm erobern. Wir baten die feurige Performerin zum Interview.
Erzähl uns von deinem neuen Album, Paloma!
Ich habe alle Texte, außer Upside Down, das mit meinen Bandkollegen entstand, selber geschrieben. Ich erzähle gern Geschichte und glaube an Fabeln und Mythen. Beim Liederschreiben kann ich meine gesamte wilde Lebensgeschichte einfließen lassen. Ich lese gern Bücher und Sprache ist einfach etwas, das mich verdammt anturnt – ich denke, man merkt das auch an meinen Texten.
Was hast du vor deiner Gesangskarriere gemacht?
Ich war unter vielen Tarnkappen unterwegs, habe schon ein paar Lebensläufe eingeschlagen und wieder verlassen: Ich war Fotomodel, Geist auf einem Geisterzug, Abwäscherin in einem Café und Assistentin eines Zauberkünstlers.
Was ist deine bevorzugte Stil-Epoche?
Für mich sind die 40er interessant, sie passen am besten zu meinem Körper. Ich zeige gern meine Hüften und lasse meine Oberschenkel und meinen Po im Schatten. Ich liebe Dekadenz und Glamour. Was ich noch liebe, ist, wenn Frauen richtige Frauen sind! So wie Josephine Baker, Marilyn Monroe, Betty Page und Marlene Dietrich.
Dein Lieblingsfilm?
2046 von Wong Kar Wai. Ein Film mit wunderbarer Ausstattung und einem sehr klugen Einblick in die Conditio Humana. Es ist ein Film über Verlangen, Verliebtsein und Verlust. Dank des Kameramannes Christopher Doyle (Trainspotting, Hero, The Limits of Control) ist die Lichtstimmung so geheimnisvoll und die Farben gesättigt.
Beschreib mal deinen eigenen Stil.
Die Zukunft vermischt mit ausgeflipptem 40er-Jahre-Glamour.
Würdest du nicht so erfolgreich singen, was wärst du sonst gerne?
Oh, so viel! Seiltänzerin, Clown, Filmemacher, eine bessere Schauspielerin, Krankenschwester oder Stuntfrau.
Und was sind deine konkreten Zukunftspläne?
Ich will eine konstante Größe im Musikgeschäft werden, keine Eintagsfliege.
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