Kilian in Airstar (c) Emi Moosburger

Im August gelang Kilian Fischhuber der unverhoffte Durchstieg eines 8b-Boulders in Südafrika. Das Projekt „Airstar“ wird im Kletter-Film „CORE“ dokumentiert, und im Frühling veröffentlicht.


Hi Leute,

ich bin gerade auf der Challenge-The-Wall-Tour in Deutschland unterwegs und werde mich von dort noch eingehender melden. Vorab ein Medien-Hinweis zu einem Kletterprojekt vom letzten Sommer in den südafrikanischen Rocklands, einem meiner bevorzugten Gebiete.

Wenn man die zwei schönsten Boulder der Rocklands kombiniert und sie übereinander stellt, dann steht man vor Airstar (8b). Der Boulder war ein Projekt vieler namhafter Aspiranten, aber der Durchstieg blieb aus. Ich habe den Boulder mehr zufällig probiert und bin aufgrund der dynamischen Kletterzüge auf den Geschmack gekommen.

Nachdem ich einen Tag lang mit Berni Fiedler den ersten Sprung probiert habe, beschloss ich am zweiten Tag die letzten Züge vorerst mit Seil zu klettern – nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich den Sprung je schaffen würde. Das Top war weit schwerer als ich dachte. Die Flake (hohle Steinschicht über dem eigentlichen Felsen; Anm.), die man anspringt und von der man dann auch auf die Kante zieht, ist hohl und weiter oben nur mehr als Leiste zu halten.

Als kleine Zugabe fehlen noch jegliche Tritte. Nur um mir die Motivation nicht zu stehlen, malte ich zwei Punkte als Tritte an die Wand und das half tatsächlich! Ich konnte den letzten Zug im Top Rope machen.

Ein paar Tage später (Mitte August) probierte ich den Boulder wieder mit Seil um mir die Angst vom Ausstieg etwas zu nehmen. Erst spät am Abend als die Sonne aus der Wand war, stieg ich von unten ein. Viele Matten und zwei echt motivierte Spotter, einige Schaulustige und ein sechs Meter langer Kran zum Filmen waren für mich ein weiterer Grund, nicht loszulassen.

Nach ein paar Versuchen (wie immer viel zu kurz) gelang mir der Sprung. Ich pendelte Richtung Äquator und konnte den Schwung nur ganz knapp halten. Erst als ich aufhörte zu pendeln war mir klar, dass es jetzt nur mehr eine Richtung geben konnte: weiter nach oben. Ich war sehr konzentriert und vergaß die Höhe, die fehlenden Tritte und auch das dumpfe, hohle Geräusch der Flake. Ich radierte bis zur Kante, gelangte bis zum Top – und war überglücklich.

CORE, der Film, in dem auch mein Boulder-Projekt vorkommt, wird gerade fertiggestellt und wird im Frühling veröffentlicht. Hier, der Trailer: 

 

Bis dann, Kilian

http://kilian-fischhuber.at
 


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Maximal 2000 Zeichen: :
    Gib den Code ein und klicke dann auf "Kommentar posten".

    Artikel Details