WIE349_midres.jpg © Patrick Saringer

Gregor Schlierenzauer ist der Rockstar unter den Skispringern, begnadeter Fotograf und Frauenliebling. Im aktuellen WIENER ziert er nicht nur das Cover, er spricht auch über Geld, Groupies und Heidi Klum. Die besten Interview-Passagen gibt’s hier.

Schlieri, du musst mittlerweile deine Urlaubsorte geheim halten. Schreckt dich der ganze Hype um deine Person?
Mittlerweile bin ich es gewohnt. Bei mir ist der Rummel halt ein wenig extremer. Aber ich habe kein Problem damit, weil ich für diese Anerkennung hart arbeite. Es ist schon sehr viel los, aber ich bin auch gut abgeschirmt. Daheim herrscht sowieso Privatsphäre, da kommt keiner ins Haus.

Gibt es beim Skispringen Groupies?
Ja, man merkt natürlich, dass einige was wollen.

Gibt’s Frauen, die direkt sagen, „Hey, willst du mitgehen“?
Auf so was lasse ich mich nicht ein, das ist mir zu oberflächlich.

Du hast in einem Interview gesagt, du willst eine Ikone werden. Was ist eine Ikone?
Eine Ikone ist jemand, der den Raum betritt und eine tolle Atmosphäre verbreitet. Bei dem man weiß, der ist etwas Besonderes. Einer, der sich Respekt erarbeitet und etwas Besonderes geleistet hat, das es noch nie vorher gegeben hat. Ein Mensch, über den die Leute noch in zwanzig Jahren sagen: „Der war ein Wahnsinn.“

Wie wird man zur Ikone?
Allein die Siege reichen nicht. Es ist das Auftreten, man muss ein Vorbild sein.

Wie soll deine Heldengeschichte einmal aussehen?
Das weiß ich nicht, da lass’ ich mich überraschen. Aber wenn ich meinen Weg so weitergehen kann, dann passt alles. Jetzt ist einmal das große Ziel, meinen Onkel (den ehemaligen Weltklasse-Rodler Markus Prock, Anm.) zu schlagen. Dafür fehlt mir nur mehr ein Weltcup-Sieg.

Du bist nicht nur Skispringer, sondern du fotografierst auch leidenschaftlich. Ist es für einen Sportler schwer, als Fotograf ernst genommen zu werden?
Das ist mir eigentlich wurscht. Ich fotografiere nicht, um aufzufallen, sondern weil es mir taugt. Und weil es mittlerweile schon fast eine Sucht ist.

Deine Polaroids zeigen oft kleine Gegenstände. Was ist für dich an einem Wasserglas interessant?
Seit ich fotografiere, fallen mir kleine Dinge öfter auf. Sachen, die ich vorher nicht bemerkt habe. Das finde ich cool. Die kleinen Dinge machen ein Bild erst interessant.

Warum wird ein Wettkampfathlet Fotograf?
Mir hilft es natürlich auch, vom Sport wegzukommen. Es taugt mir, wenn die Fans nicht nur den Skispringer in mir sehen. Wenn sie nicht nur wissen, dass ich gerade in Oslo bin, sondern auch die anderen Eindrücke aus der Stadt mitbekommen – eben meine Fotostorys auf meiner Homepage. Es gehört ja viel mehr zum Sport dazu: Wie kommt man zum Wettkampfort? Was isst man? Das alles möchte ich mit den Fotos zeigen.

Wen würdest du gerne mal porträtieren?
Heidi Klum wäre nicht schlecht.

Wo siehst du da die Herausforderung?
Ich möchte ein Model haben, das weltbekannt ist und schon zigtausende Foto-Shootings mit den besten Fotografen der Welt ge¬habt hat. Sich da zu behaupten, tät’ mir schon taugen.

Gregor, welche prominenten Frauen findest du attraktiv?
Heidi Klum ist eine fesche Mama, das muss man schon sagen; auch die Lena Gercke (die Gewinnerin der ersten Staffel von Germany’s Next Topmodel, Anm.) gefällt mir. Ich steh’ schon eher auf Blonde, ich geb’s zu. Aber im Prinzip ist es mir egal. Viel wichtiger ist, dass eine Frau natürlich ist, sportlich und nicht überheblich.

Wie wichtig ist dir Sex in einer Beziehung?
Das gehört sicher dazu. Aber es muss das richtige Gefühl dabei sein, es ist eine Feeling-Sache. Es ist wie bei einem guten Sprung, bei dem man ein gutes Gefühl hat.

Hast du derzeit eine Freundin?
Das ist Privatsache.

Schlieri, bist du Millionär?
Nein, ganz sicher nicht.

Wenn du morgen mit dem Skispringen aufhören würdest, könntest du von deinen Zinsen leben?
Das weiß ich nicht. Die finanziellen Sachen regeln mein Papa und mein Onkel, weil’s mir auch relativ egal ist! Ich will Skispringen, weil es faszinierend ist. Es das geilste Gefühl der Welt, in der Luft zu sein.

Kann es sein, dass du noch gar nicht realisiert hast, dass du reich bist?
Also reich bin ich einmal ganz sicher nicht. Ich bin mit 20 Jahren sicherlich nicht mehr so finanziell abhängig. Das ist ein sehr schönes und beruhigendes Gefühl. Auf der anderen Seite bin ich auch stolz darauf, weil ich mir das alles selber erarbeitet habe, weil harte Arbeit dahinter steckt. Es gibt ja auch Leute, die nicht arbeiten und von Zuhause viel Geld zugesteckt bekommen.

Was ist das Teuerste, das du dir je gekauft hast?
Boah…(lange Pause) …

Ein Grundstück vielleicht?
Nein.

Ein Auto?
Es war ein gebrauchter VW-Bus. Natürlich wegen der Skier, weil da soviel Platz ist. Und für die Familie zum Reisen.

Womit würdest du dein Geld verdienen, wenn du kein Sportler wärst?
Das kann ich dir nicht beantworten, weil mein Leben immer aus Sport bestanden hat. Ich hab mich schon in der Volksschule immer nur auf die Turnstunden gefreut. Das ist übrigens auch ein Appell an die Politiker: Dass es nur zwei Turnstunden pro Woche gibt, ist eine Frechheit! Es sollten mindestens fünf sein.

Gibt’s nie Momente, in denen es dich reizt, ein wenig zu prassen?
Nein, weil das nicht meine Welt ist. Ich bin ein bodenständiger Sportler, dem es taugt, eine gute Leistung zu bringen und den Fans eine Show zu bieten. Klar, wenn man jetzt in Urlaub fährt, dann schaue ich nicht, ob der Urlaub 700 Euro kostet oder 3.000, denn ich arbeite ja auch viel und habe sehr wenig Freizeit. Da gönn’ ich mir dann schon eher mehr. Aber es ist nicht so, dass ich mir Yachten miete und Champagner trinke. So möchte ich nicht sein und so werde ich auch nie werden.

Dein größtes Ziel nach der Karriere, das nichts mit Sport zu tun hat?
Eine coole Modelinie aufzubauen. Und eben auch Fotos machen. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, Trainer zu sein und dem Sport treu zu bleiben.

Du hast für deine „gs Apparel Collection“ erste Sachen selbst entworfen. Für welche Leute sind die Stücke gedacht?
Es ist Lifestyle-Mode. Es gibt Hoodies, Pullis, Long¬sleeve-Shirts, T-Shirts, Mützen, Kappen und Bandanas. Ich will nicht in die normalen Stile reinfallen. Ich möchte Kleidung für die Altersgruppe der Zehn- bis 60-Jährigen machen.

Das wird schwer.
Das wird sehr schwer. Ich habe mit „gs Apparel“ angefangen, das muss natürlich alles noch wachsen. Mitte Oktober kommt die neue Kollektion.

Du hattest heuer ein Dinner bei Prinz Albert von Monaco. Wie war’s?
Es war sehr interessant. Wenn in Monaco Formel 1 ist, geht’s da schon hübsch rund. Es ist schon cool, wenn dort nur Jaguars, Ferraris, Bentleys und Porsches herumfahren. Wenn man vor der Festung steht und der rote Teppich ausgerollt wird. Es ist interessant, so was einmal zu erleben. Aber jeden Tag brauch’ ich das steife Zeug nicht.

Das ganze Schlierenzauer-Interview gibt’s im aktuellen WIENER. Am 28. Oktober 2010 eröffnet Schlieri in Wien seine erste Foto-Ausstellung.

www.gregorschlierenzauer.at


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Maximal 2000 Zeichen: :
    Gib den Code ein und klicke dann auf "Kommentar posten".

    Artikel Details