Gregor Schlierenzauer_03 (c) Sven Hoffmann.jpg

Mit einer Einwegkamera hält Gregor Schlierenzauer den Moment fest und schafft damit ein sehr persönliches visuelles Tagebuch. Die Ausstellung „Snapshot“ zeigt am 29. und 30. Oktober in Wien die Arbeiten des 20-Jährigen.

Viele Weltklasse-Athleten beklagen nach dem Ende ihrer Karriere, dass kaum Zeit zum Innehalten blieb. Dass selbst im Augenblick des größten Triumphs der Blick bereits wieder auf das nächste Ziel gerichtet werden musste. Eventualitäten existieren im modernen Spitzensport nicht. Dafür sorgt ein Höchstmaß an Technologie und Wissenschaft. „Mir hilft das Fotografieren dabei, abzuschalten. Es taugt mir, wenn die Fans nicht nur den Skispringer in mir sehen. Wenn sie nicht nur wissen, dass ich gerade in Oslo bin, sondern auch die anderen Eindrücke aus der Stadt mitbekommen – eben meine Fotostorys auf der Homepage.“

Mir hilft das Fotografieren dabei, abzuschalten

„Es gehört ja viel mehr zum Sport dazu: Wie kommt man zum Wettkampfort? Was isst man? Und so weiter. Das alles möchte ich mit den Fotos zeigen“, sagt Schlieri. Fast schon wie ein Gegenpol zu seinem Leben als Profisportler wirkt die Art der Fotografie, die Gregor Schlierenzauer gewählt hat. Alle Fotos entstanden mit Hilfe von Einwegkameras, die weder über ein Zoomobjektiv noch über irgendwelche Einstellmöglichkeiten verfügen. Ein Farbfilm. Ein Auslöser. Ein Foto.

Dass die Arbeiten weit über die Qualität von Urlaubserinnerungen hinausgehen, liegt vielleicht an Gregors Gespür für das richtige Timing und seinem Auge für außergewöhnliche Bildkompositionen. Mag man Ersteres noch auf seine Begabung am Schanzentisch zurückführen, so beweist er bei der Wahl seiner Perspektiven und Motive das gewisse Etwas, den Blick für die Situation. „Seit ich fotografiere, fallen mir die kleinen Dinge öfter auf. Sachen, die ich vorher nicht bemerkt habe. Diese Dinge machen ein Bild erst interessant.“

Welche Kleinigkeiten das Leben des 20-jährigen Ausnahme-Athleten spannend machen, zeigt er ab 28. Oktober in seiner knapp 50 Fotografien umfassenden Ausstellung „Snapshot“. Dem Besucher eröffnet sich damit eine unbekannte Seite vom derzeit wohl besten Skiflieger der Welt.

Alle Bilder sind Einzelstücke und können käuflich erworben werden. An den Tagen der Ausstellung direkt in der Galerie und im Webshop unter www.gregorschlierenzauer.at. Der Reinerlös aus dem Verkauf der 70x100cm großen Exponate kommt Wings for Life, der Stiftung für Rückenmarksforschung, zugute.

Snapshot – Fotoausstellung Gregor Schlierenzauer
29. bis 30. Oktober, 9.00 bis 20.00 Uhr 
Kasulke – Studio, Liniengasse 15, 1060 Wien
 
 

 


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