Österreichs bester Freestyle-Fußballer im Interview: Faruk Onmaz über Breakdance, Youtube und sein Euro-League-Gastspiel.
Faruk Onmaz qualifizierte sich als bester Österreicher beim Red Bull Street Style Austrian Open 2008 für das Weltfinale in Sao Paulo und schaffte es dort bis ins Achtelfinale. Beim nationalen Qualifikations-Event am 6. Februar 2010 in Wien möchte der 20-jährige aus Pottendorf (NÖ) seinen Titel verteidigen und damit das Ticket für das Red Bull Street Style-Weltfinale am 15. und 16. April 2010 in Kapstadt lösen.
Bis zum österreichischen Red Bull Street Style Qualifier am 6. Februar in Wien ist es nicht mehr weit. Hast du heute schon trainiert, Faruk?
Ja, klar … eineinhalb Stunden am Vormittag. Jetzt mach’ ich mal Mittagspause, und am Nachmittag kommen noch mal zwei Stunden dazu.
Trainierst du derzeit irgendetwas Spezielles?
Nein, gar nicht. Ich versuche in erster Linie, die Tricks, die ich momentan so drauf habe, zu perfektionieren.
Mit dem Ball am Fuß zählst du ja zu den allerbesten Freestylern der Welt, das hast du beim Red Bull Street Style-Weltfinale 2008 in Sao Paulo bewiesen. Hast du mittlerweile auch schon einige Breakdance-Elemente in deinem Repertoire?
Da hab’ ich heuer große Fortschritte gemacht. Das war auch dringend notwendig, weil ich in dem Bereich den größten Aufholbedarf hatte.
Wo schaust du dir die Breakdance-Moves ab?
Ich habe mir einfach die Videos von Red Bull BC One angeschaut und versucht, bestimmte Moves mit dem Ball zu kombinieren. Das klappt ganz gut.
Das heißt, du trainierst immer mit Musik?
Ja, mein Sony MP3-Player ist immer mit dabei. Zu Hip-Hop und Techno trickst es sich am besten.
Kreierst du deine Tricks eigentlich selbst, oder schaust du dir auch etwas von anderen ab?
Sowohl als auch. Manchmal überlege ich mir einen Trick und probiere dann, ob er überhaupt funktionieren kann. Durch das Beobachten von anderen Freestylern kommt man auch wieder auf neue Ideen. Auf Youtube kannst du dir jede Menge Freestyle-Soccer-Clips anschauen … So halte ich mich zum Beispiel am Laufenden, was sich in der Szene so tut.
Red Bull Street Style wird ja im K.o.-System ausgetragen. Orientierst du dich während einer Battle an deinem Gegner, oder ziehst du einfach dein Programm durch?
Natürlich schau’ ich ganz genau, was mein Gegner so zeigt. Sobald ich dann am Ball bin, versuche ich, einen etwas schwierigeren Trick draufzulegen, so dass er nach dem nächsten Ballwechsel wieder gefordert ist. Die richtig schweren Tricks, bei denen auch jederzeit etwas schiefgehen kann, packe ich nur dann aus, wenn es wirklich notwendig ist.
Inwiefern hat sich eigentlich dein Leben nach der Teilnahme beim Weltfinale 2008 geändert?
Ich habe jetzt mehr Auftritte und komme daher viel herum … Anfang Dezember hab’ ich zum Beispiel in der Red Bull Arena beim Europa League-Spiel Red Bull Salzburg gegen Lazio Rom in der Halbzeitpause getrickst.
Was war das für ein Gefühl, vor über 26.000 Zuschauern aufzutreten?
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