Red Bulletin

Eine Legende im Big Apple

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Thierry Henry spielt nicht gut genug Basketball für die Knicks. Aber er spielt gut genug Fußball für die Red Bulls. Mit 33 erfüllt sich der Franzose einen Lebenstraum: Er spielt für seine Lieblingsstadt New York.

Gezählte sechzehn Mal muss Thierry Henry den von einem Beleuchtungsmast baumelnden Ball im Scherensprung treffen, er springt hoch, hängt einen kurzen Moment waagrecht in der Luft, gezählte sechzehn Mal trifft er ihn satt. Es ist eines der schwierigsten Manöver im Fußball, Henry erledigt es mit fast uhrwerksartiger Präzision.

Während des fünf Stunden währenden Fotoshootings tummeln sich nie weniger als 16 und nie mehr als 21 Leute im Studio, die dreißigminütige Mittagspause kürzt Henry für ein Interview ab. Es ist eine Woche vergangen seit dem Aus der Franzosen bei der WM in Südafrika, nur wenige Tage, seit sich der erfahrenste Spieler seines Teams hinter verschlossenen Türen zum Vieraugengespräch mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy getroffen hatte. Worum ging es? „Das Gespräch fand zwischen ihm und mir statt – und bleibt auch zwischen ihm und mir.“

Thierry Henry bewegt sich auf dem Feld der hohen Politik ebenso trittsicher wie auf den Fußballfeldern dieses Kontinents – und bald auch auf jenen auf der anderen Seite des Atlantiks.

Henry steht in London für die ersten Fotos im Dress seines neuen Vereins vor der Kamera, den New York Red Bulls. Das Dress ist rot-weiß, wie jenes, das er in Monaco trug und danach acht Jahre bei Arsenal. „Ich mag die Farben“, sagt er und grinst, „ein bisschen mehr Weiß als Rot, aber wir kriegen das schon hin.“ Henry ist kein Fußballer mit ausgeprägtem Aberglauben – einziger unverzichtbarer Fixpunkt vor einem Match sind Kopfhörer, aus denen Zouk perlt, die Upbeat-Tanzmusik der früheren französischen Karibik-Kolonien Guadeloupe und Martinique, aus der Gegend stammen seine Eltern –, aber er hat in Rot und Weiß immer gut gespielt, und es gibt keinen, der irgendwas mit Fußball zu tun hat, der gute Omen nicht zu schätzen wüsste.

Ebenso wenig gibt es niemanden, der irgendwas mit Fußball zu tun hat, der Thierry Henry nicht kennt – und nicht schon kannte, ehe er Frankreich durch einen unglücklichen Reflex mit der Hand zum entscheidenden Tor im WM-Qualifikationsspiel gegen Irland verhalf. (Henry entschuldigte sich danach öffentlich und glaubwürdig.) Henry war mehrfacher Champion der Top-Ligen in England, Frankreich und Spanien, gewann die Champions League mit Barcelona in deren unglaublicher Sechs-Titel-Saison 2008/09, war Teil der französischen Mannschaft, die im Weltfußball über Jahre zur absoluten Spitze gehörte. In 774 Spielen für Vereine und Nationalmannschaft erzielte er 357 Tore, leistete 200 Assists. Er kann Tore vorbereiten und Tore schießen, und das mit einer technischen Perfektion in einem Tempo, das die weltbesten Verteidiger während der letzten fünfzehn Jahre unruhig schlafen ließ.

Lies die ganze Geschichte in der August-Ausgabe des Red Bulletins.


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