eero ettala _ rbus Hans Herbig/ Red Bull Photofiles


2010 hat Eero Ettala die X-Games Slopestyle gewonnen. Jetzt ist er beim Red Bull Upsprings, um 15 Rookies aus 3 Nationen das Leben eines Snowboard-Pros zu zeigen. Was macht man gegen die Nervosität am Start? Wie viel Risiko darf ein Rider eingehen? Und wie wichtig sind gute Fotos für die Karriere? Die Antworten gibt der 26jährige Finne im Interview.


Was macht Red Bull Upsprings einzigartig?
Für die Kids ist es richtig cool, dass sie hier für 5 Tage das Leben eines Profi-Snowboarders kennenlernen. Sie wohnen zusammen mit den Pros, sind im Park ganz nah bei den Athleten und bekommen von ihnen gute Tipps, um ihre Skillz zu verbessern. Beim Red Bull Upsprings sind Rookies aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten, die viel lernen und einfach Spaß haben.

Welchen Ratschlag würdest du einem Rookie geben?
Ich rate jedem, diesen Sport nur aus einem Grund zu betreiben: aus Liebe zum Snowboarden. Es geht nicht darum, berühmt zu werden oder einen Sponsor zu finden. Nur wenn du das, was du tust, wirklich liebst, kannst du gut sein.  

Hast du schon Talente beim Red Bull Upsprings entdeckt?
Ja, natürlich. Die Kids zeigen mir, dass sie wirklich was lernen wollen und jeden Tag besser werden. Jeder von ihnen könnte es zum Pro schaffen.

Sollten sich Rookies an Vorbildern orientieren oder von Anfang an ihren eigenen Weg gehen?
Es ist schon gut, Idole zu haben, zu denen man aufschauen kann. Das bringt dich am Anfang weiter. Aber dann ist es besser, einen eigenen Stil zu finden. Um es beim Snowboarden ganz nach oben zu schaffen, musst du dein eigenes Ding machen.

Wie wichtig ist Medienarbeit für einen Snowboarder?
Bei zwei gleich guten Fotos entscheidet sich ein Magazin immer für den cooleren oder sympathischeren Rider. Deshalb ist es wichtig, dass die Kids beim Red Bull Upsprings lernen, sich bei Film und Foto richtig in Szene zu setzen. Grundsätzlich sollte man gegenüber den Medien immer offen, freundlich und „down to earth“ sein. So wird man im Laufe der Zeit bekannt.

Deine Rookie-Zeit ist 10 Jahre her. Wie hat sich dein Sport in dieser Zeit verändert?
In meiner Zeit als Rookie war der Sport noch halb Party und halb Snowboarden. Es war ein Sport der Rebellen. Heute nehmen es die Kids viel ernster, sie wollen die Olympische Spiele oder die Weltmeisterschaft gewinnen. Wer heute beim Snowboarden etwas erreichen will, muss viel mehr auf seinen Körper und seine Fitness achten.

Was wird die Zukunft des Snowboardens bringen? Sehen wir bald Vierfach-Sprünge?
Derzeit wird jedes Jahr etwas Neues, Verrücktes probiert.  Der Trend geht jetzt zum Triple-Cork und ich hoffe nicht, dass als nächstes der Quad-Cork kommt. Weil die Jumps dann wirklich hoch sein müssen – und dementsprechend artistisch und gefährlich. Aber vor wenigen Jahren habe ich noch geglaubt, ein Double-Cork ist schwer zu springen. Und heute macht das jeder.

Was sagst du den Rookies zum Thema Risiko?
Ganz wichtig ist, dass alle Kids mit Helm fahren. Und jeder muss lernen, seine Fähigkeiten und Grenzen richtig einzuschätzen. Du kannst halt nicht überall „head first“ reingehen…

Was ist deine Strategie bei Wettkämpfen: Sicherheitssprünge oder volles Risiko?
Grundsätzlich riskiere ich nicht zu viel und mache lieber Sprünge, die ich sicher stehen kann. Wenn ich aber in der richtigen Stimmung bin, gehe ich auch mal auf volles Risiko. Das muss aber passen.

Hast du einen Tipp gegen die Nervosität vor einem Wettkampf?
Versuche niemanden zu beeindrucken, sondern mach den Contest nur für dich selbst. Dann hast du nicht so viel Druck. Ich denke mir bei meinen Wettkämpfen: Schön, dass ich dabei bin und wenn ich es auch noch aufs Podium schaffen, dann ist das der „big bonus“. Und wenn nicht, will ich wenigstens Spaß gehabt haben.

Du bist 26 Jahre alt und schon ein Idol. Wie fühlt man sich als „living legend“?
Eigentlich ist das verrückt. Aber ich denke nicht viel darüber nach. Ich finde es nur cool, dass die Leute respektieren, was ich mit dem Snowboard leiste. Weil ich dafür wirklich hart arbeite. Aber mir geht es nicht darum, am Berg angehimmelt zu werden.


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