Saison 1 für Clemens Doppler und Matthias Mellitzer nach dem Gewinn von EM-Silber in Berlin. Im Interview plaudern die beiden Beachvolleyballer über die Leistungsdichte in den Top 20, ihren Turnierstress 2011 und eine verdächtige Leidenschaft zu Büchern.
Wie ist die Vorbereitung auf die neue Saison bisher verlaufen?
Sehr gut! Wir haben im Gegensatz zu den letzten Jahren ein bisschen was verändert – wir haben nach dem letzten Turnier im September das gute Wetter in Rom genützt und weiter trainiert, sprich: die Pause nach hinten verschoben! Wir wollten so viel und lange wie möglich draußen trainieren und nicht in der Beachhalle!
Wie habt ihr euch im Winter weiter entwickelt: Gibt’s neue Spielzüge oder Taktikvarianten?
Wir haben versucht, unsere größten „Waffen“, also Service und Block, noch stärker zu machen und unsere Schwächen, die ich jetzt natürlich nicht verrate, im Lot zu halten.
Wann startet ihr in die Saison 2011?
Wir lassen den Kick-Off in Brasilia Ende April heuer aus, denn an dieses Turnier haben wir keine guten Erinnerungen… ich sag nur: Erstrunden-Aus in der Quali und dann mein Köpfler durch die Glas-Balkontür. Wir werden stattdessen weiter trainieren und mit Shanghai Anfang Mai in die Saison starten.
Zur Zeit seid ihr Nummer 27 in der Weltrangliste. Euer Ziel für das Jahr 2011?
Am Ende der Saison 2011 wollen wir unter den Top 20 der Welt sein, was in etwa Platz 16 im Quali-Ranking für die Olympischen Spiele sein wird. Aber der Schritt von Platz 27 auf 20 wird sich um einiges schwerer, als der letztjährige Sprung von Platz 48 auf 27! Da vorne wird die Luft dann schon eng….
Eure wichtigsten Turniere in diesem Jahr?
Wir haben heuer 6 Grandslams und die größte WM aller Zeiten in Rom – und das kurz hintereinander. Wenn wir in diesen 6 Wochen gute Ergebnisse abliefern, dann wird das schon das halbe Ticket nach London sein! Dann gibt’s noch eine Silbermedaille bei der EM in Kristiansand (NOR) zu verteidigen. Und dann wollen wir natürlich unser „Wohnzimmer“, den Klagenfurter Centercourt, ordentlich rocken!
Die Beachvolleyball-WM 2011 findet in Rom und somit quasi bei euch „daheim“ statt. Habt ihr da Heimvorteil?
Wir denken schon. Wir sind sehr happy darüber, denn nach 10 Jahren leben in Rom sind wir schon halber Römer. Wir haben viele Fans hier, die zum Teil in Marco Solustris Beachvolleyball-Academy spielen. Die kennen sich also richtig aus ;)
Unmittelbar vor der WM findet ein Grand Slam in Bejing statt. Wie geht ihr mit den Reisestrapazen um?
Wirklich durchdacht ist das natürlich nicht! Wir haben aber noch nicht entschieden, ob wir in Peking spielen werden. Wir wollen die ersten Ergebnisse abwarten und dann entscheiden. Wenn wir allerdings in Peking im Finale spielen, dann würde es zeitlich etwas eng werden.
2011 steht im Zeichen der Qualifikation für die Olympischen Spiele. Wer sind eure größten Konkurrenten?
Die ersten 45 Teams der Welt… Die Dichte ist bereits so groß, dass die Nr. 3 der Welt auch gegen die Nr. 45 verlieren kann. Die Teams, die am konstantesten Leistungen bringen, werden es schaffen. Die Hochburgen Brasilien und Amerika sind schon lange nicht mehr die alleinigen Herrscher in unserem Sport! Derzeit findet man Teams aus Deutschland, Spanien, Russland, China, USA, Brasilien, Polen, und Holland in den Top10….das sagt, glaub ich, alles.
Ihr seid ja dauernd zusammen. Nervt die ewige Zweisamkeit irgendwann?
Die Wahrheit ist: Wir sehen uns bestimmt öfter als unsere Freundinnen und somit haben wir eigentlich nix anderes, als eine Beziehung…. Nur dass bei uns noch der sportliche Druck dazu kommt. Was die ganze Sache nicht unbedingt leichter macht. Aber zum Glück sind wir beide so klasse Burschen, dass wir meistens sehr gut damit zurechtkommen. Wir nehmen uns auch Zeit für uns selber, das braucht man einfach, wenn man 3 Wochen permanent zusammen ist. Nachsatz von Clemens Doppler: Der Melli hat in letzter Zeit erschreckend viele Bücher gelesen – vielleicht ist das seine Art mir zu sagen: Alter, halt’s Maul! :)
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