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Clemes Doppler hat mit Partner Matthias Mellitzer Silber bei der Beach Volleyball-EM in Berlin geholt. Es war hart umkämptes Edelmetall, wie er in seinem Blog verrät - und auch, dass er von den deutschen Zusehern im Finale angetan war.

Drei Wochen vor der EM waren wir für das Turnier in Berlin noch nicht qualifiziert. Durch Platz 5 in Klagenfurt waren wir plötzlich gesetzt. Natürlich lässt man dann eine Europameisterschaft nicht aus. Wir sind hingereist mit der Einstellung, dass niemand was von uns erwartet und wir nur überraschen und wir wichtige Weltranglistenpunkte sammeln können.

Die Gruppe war im nach hinein gesehen eine verdammt starke. Alle Teams, die aufgestiegen sind, sind mindestens ins Viertelfinale gekommen.

Das erste Spiel haben wir gegen die Spanier (Lario/Mesa) verloren. Die Deutschen (Klemperer/Koreng), waren als Nummer 1 gesetzt und haben wir wieder einmal in drei Sätzen gewonnen. Gegen die Belgier mussten wir wieder über drei gehen, sicherten uns aber den Gruppensieg.

Im Achtelfinale, wieder gegen zwei Deutsche (Dollinger/Windscheif), dachten alle, wir hätten ein Freilos. Was ein totaler Schwachsinn war. Die Jungs waren heuer schon auf Platz 5 und wir hatten im ersten Satz keine Chance. Anschließend ist das Radl aber ins Rennen gekommen.

Im Viertelfinale gegen die Letten(Samoilovs/Sorokins), welche die haushohen Favoriten Brink/Reckermann geschlagen hatten, hatten wir zuvor in Polen verloren. Die waren stärker als der Weltmeister und wieder mussten wir über drei Sätze gehen.

Im Halbfinale trafen wir wieder auf unseren Gruppengegner aus Spanien. Davor hatten wir mitbekommen, dass sie im letzten Gruppenspiel was drehen und uns den Gruppensieg rauben wollten. Aggressiv, auch wegen dieser Sache, gingen wir ins Spiel. Es war das einzige, welches wir in zwei Sätzen für uns entschieden konnten.

Im Finale trafen wir auf die zweimaligen und amtierenden Europameister aus Holland - Nummerdor/Schuil. Es war ein irres und verrücktes Match. Der ersten Satz ging ziemlich schnell an die Niederländer. Im zweiten fanden wir mit viel Leidenschaft und noch mehr Kampf zurück ins Spiel. Das merkten auch die 5000 Zuschauer und plötzlich war Stimmung am Court.

Vier Matchbälle haben wir abgewehrt und den letzten Satzball für uns hat Melle blockiert. Die Tribünen waren somit wahrlich am kochen und aus Überraschung waren viele Gäste auf unserer Seite. Kampf Show und Leidenschaft, dürfte sogar die Deutschen überzeugt haben. Wieder ein Spiel über drei Sätze. Wir hatten sogar einen dritten Matchball auf der Hand. Auch in Satz drei mussten wir in die Verlängerung und die ging gegen uns aus. Am Anfang ist es mehr als bitter, mit der Chance auf den Titel zu verlieren.

Aber he, wir sind  Vizeeuropameister und das im zweiten Jahr. Das hört sich nicht schlecht an oder? Klagenfurt war keine Eintagsfliege, wir haben unsere Leistung dort bestätigen können. Wir sind bei den ersten Turnieren 2011 im Hauptbewerb, was enorm viel wert ist. Es zeigt auch, das sich die harte Arbeit mehr als bezahlt macht.

Unser Coach Marco Solustri war ein Wahnsinn. So emotional habe ich ihn noch nie gesehen. Hätten wir den Titel gewonnen, ich weiß nicht was passiert wäre. Das Finale war für ihn und mich vermutlich das verrückteste Spiel was wir jemals mit gemacht haben.

Insgesamt haben wir an vier Tagen über 7 ½ Stunden gespielt. Kling wenig, ist aber viel. Die ganze Vorbereitung auf jedes Spiel, die Kopfsache und die Einstellung vom Trainer. Aber mit der Silbernen nimmt man auch ein hartes und langes Turnier in Kauf.
 

www.doppler-mellitzer.com


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