Anna Stöhr und Kilian Fischhuber sind die weltbesten Boulderer. Außerdem sind sie ein Paar. Und das, so finden die beiden Kletterer, ist das Beste, was Sportlern passieren kann.
Ein Pärchen rollt auf seinen Fahrrädern durch die Innsbrucker Fußgängerzone. Mit ihrer sportlichen Figur und den gebräunten Gesichtern sehen die beiden aus wie Sportstudenten (sie sind tatsächlich Sport- und Englisch-Studenten). Er, gerade 27 Jahre alt geworden, dunkler Schopf, schmales Gesicht, lehnt seine Klapperkiste an die Veranda des altehrwürdigen Cafés, sie, 22, langes, zum Zopf gebundenes Haar, Umhängetasche aus LKW-Plane um die Schulter, strahlendes Lächeln, stellt die ihre daneben. Eine Szene, wie sie in jeder Großstadt der Welt täglich tausendfach vorkommt, geradezu das Klischee eines Bobo-Alltags (bis auf den obligatorischen Latte macchiato, aber, weit gefehlt: Sie bestellen Wasser).
Was der unbedarfte Beobachter nicht ahnen würde: Das Pärchen ist Weltspitze im Bouldern, jener Art des Kletterns ohne Seil, die mit geringer Höhe und höchstem Schwierigkeitsgrad tausende Zuschauer nach Arco am Gardasee oder Wien, Moskau und andere Metropolen der Welt zwischen China und Amerika lockt. Bouldern ist, wenn man so will, die urbanste Form des Kletterns, sie bringt den Berg zu den Menschen und die Menschen zum Staunen.
Ist Alpinklettern ein mehrstündiges Rockkonzert, bei dem Seillänge für Seillänge die Anforderungen wechseln wie die Refrains der Tracks, gleicht Bouldern mehr einer Jazz-Improvisation, immer neu, einzigartig, unwiederbringlich. Kilian Fischhuber gefällt der Vergleich grundsätzlich, „bloß dass ich keinen Jazz mag“. Musikalisch sind Indie und Alternative seine Heimat, erweitert um Drum ’n’ Bass, während Anna im Zweifelsfall Letzteres gegen Reggae tauscht.
Kilian Fischhubers CV beinhaltet im Moment vier Weltcup-Gesamtsiege, seit sieben Jahren ist er permanent unter den Top drei. Das prestigeträchtige Rock Master in Arco hat er dreimal gewonnen, nur ein WM- oder EM-Titel fehlt noch. Anna Stöhr war schon Weltmeisterin, außerdem hat sie Gesamt- weltcup und Rock Master geholt.
Die ganze Geschichte lesen Sie in der September-Ausgabe des Red Bulletins.

Kommentare
Einen Kommentar hinzufügen