Als aktuelle Nummer zwei der Welt kämpft Lisi Osl an diesem Wochenende in Champery (Schweiz) um die Führung im Cross Country-Gesamtweltcup. Vor dem vorletzten Rennen der Saison fehlen der Tirolerin lediglich 25 Punkte auf den Platz in der Sonne.
Punkte zählen, das liegt Lisi Osl ganz und gar nicht. 250 Zähler erhält die Siegerin beim Mountainbike Cross Country-Rennen in Champery, und die Versuchung, ein wenig zu rechnen, scheint groß: Denn drei Plätze vor der Weltcupführenden Lene Byberg (NOR) zu bleiben, könnte schon genügen, um in der Schweiz die Führung im Gesamtweltcup zu übernehmen.
Rechnen sollen andere, Osl selbst möchte sich auf die verbleibenden Rennen konzentrieren und sich keinen zusätzlichen Druck auferlegen: „Meine stärksten Konkurrentinnen sind in ausgezeichneter Verfassung. Lene Byberg kann locker in die nächsten beiden Rennen gehen und Irina Kalentieva gibt der WM-Titel sicher viel Selbstvertrauen.“ Kalentieva liegt derzeit ex aequo mit Osl auf Rang zwei im Gesamtweltcup. Es gilt also zugleich, den zweiten Platz abzusichern.
Aber es spricht einiges für die junge Tirolerin. In der Schweiz wartet ein Kurs, auf dem Lisi bereits vor zwei Jahren für Furore gesorgt hat, als sie in ihrer ersten Elite-Saison mit Rang sechs mitten in die Weltelite raste – die beste Weltcupplatzierung bis zu ihrem Weltcupsieg zu Beginn der Saison: „Ich kann mich noch sehr gut an die Zieleinfahrt erinnern, an meine erste Siegerehrung, und dass damals schon die eine oder andere Träne geflossen ist. Das Gefühl vergisst man nicht mehr. Die Strecke liegt mir.“
Nach dem ersten Training in Champery zeigte sich die 24-Jährige zufrieden: „Der Kurs wurde zwar leicht verändert, aber der schwierige Anstieg ist immer noch im Programm. Das Rennen wird hart. Selbst die flachen Stellen sind schlammig und voller Wurzeln. Aber wenn es trocken bleibt, kann ich alles fahren. Es ist alles vorhanden, was sich ein Biker wünscht, und ich freue mich auf das Rennen.“ Druck hinsichtlich Gesamtweltcup macht sich Lisi nicht: „Für mich ist es jetzt wichtig, locker zu bleiben und mir selbst nicht zu viel Druck zu machen. Top 5 wäre super, Top 3 ein Traum“, gibt sich die Kirchbergerin gewohnt zurückhaltend.
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