Kilian Fischhuber hat am Samstag in Vail nach seinen Auftaktssiegen in Greifensee und Wien den dritten Platz ergattert – und das mit blauem Zeh. Hier sein Blog über den Kampf gegen sich selbst.
Hi Leute,
Die Geschichte mit dem Zeh passierte folgendermaßen: Ort des Geschehens war das große Appartment, in dem die österreichischen Kletterer in Vail beim Boulder Weltcup am Wochenende untergebracht waren. Ich sprang auf das Sofa, wobei ich mit dem Fuß gegen einen Sessel knallte.
Meine Schmerzensäußerungen sorgten zunächst für große Erheiterung, als ich aber dann den Socken auszog, war der Spaß vorbei.
Mein Physiotherapeut versorgte mich sofort mit Eisspray, einer Gipsschiene und Tape, doch wenn man bedenkt, wie eng Kletterschuhe sind (in der Regel ein, zwei Nummern kleiner als normale Schuhe; Anm.), kann man sich meinen Zustand beim Wettkampf vielleicht vorstellen. Gebrochen ist der Zeh jedoch zum Glück nicht!
Aber auch ohne den Haushaltsunfall war ich nicht gerade in Bestform: eine Grippe, Kopfweh und Muskelkater trugen das ihre zu meiner üblen Tagesverfassung bei.
Auf Schmerzmitteln ging es dann zum Wettkampfgelände, wo ich nach den ersten Durchgängen prompt als vierter im Halbfinale feststand. Dabei hatte ich nur einen Platz unter den ersten zehn angestrebt. Schließlich stand ich als dritter am Podest! Unglaublich, was das für ein harter Kampf gegen mich selbst war!
Einen Boulder-Ausflug in die nahe gelegenen Klettergebiete ersparte ich mir aber, 3.000 Höhenmeter waren dann doch nicht sehr zuträglich für das Pochen in meinem Kopf ...
Am Samstag geht es zur Staatsmeisterschaft in Alpbach und am Donnerstag darauf fliege ich zum Boulder-Weltcup nach Moskau. Danach hört ihr wieder von mir!
Beste Grüße aus Tirol, Kilian
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