Im strömenden Regen boten die weltbesten Klippenspringer 3500 Zuschauern in Sisikon (UR) einen atemberaubenden Wettkampf. Aus 26.6 Metern sprangen sie in den Vierwaldstättersee. Der Engländer Gary Hunt verwies die Konkurrenz in die Schranken und hat damit die Red Bull Cliff Diving World Series so gut wie gewonnen hat.
Sisikon ist urige Innerschweiz pur. Hier sprang Wilhelm Tell seinen Häschern vom Boot, hier fallen die Alpen in schroffen Felswänden senkrecht in den Vierwaldstättersee ab. 370 Menschen leben in diesem Dorf, 3500 sammeln sich trotz Regen diesem Samstag am und auf dem Wasser. Die Red Bull Cliff Diving World Series machen zum zweiten Mal halt in der Innerschweiz und mit ihnen die zwölf besten Klippenspringer der Welt.
Der Engländer Gary Hunt führte vor dem Springen die Gesamtwertung an, trotz einem Aufprall im letzten Wettkampf in Italien. Ob er den Schock überwunden hatte, war die große Frage vor dem Springen in Sisikon, dem vorletzten der Saison. Orlando Duque (Kolumbien), der neunfache Weltmeister witterte seine Chance, die Red Bull Cliff Diving World Series 2010 doch noch zu gewinnen.
Ein König namens Gary
Regen und Sonnenschein wechseln sich ab, während die Athleten von der 26.6 Meter hohen Plattform sprangen und mit 90 km/h in den See eintauchten. Artem Silchenko, Sieger in Italien, tauchte schlecht ein und verpasst das Finale der besten sechs. Orlando Duque sprang mit hohem Schwierigkeitsgrad auf den zweiten Platz. Gary Hunt macht vom ersten Sprung an klar, dass er mental und körperlich so stark ist wie eh. Auch der zweitbeste Sprung, den er beherrscht, ist schwieriger als die Sprünge aller anderen. Und da er sich wieder nahe an der Perfektion bewegt, holte er sich überlegen seinen vierten Saisonsieg.
„Gary beherrscht im Moment die schwersten Sprünge. Wenn er sie sauber ins Wasser bringt, gewinnt er.“
Orlando Duque bringt es auf den Punkt: „Gary beherrscht im Moment die schwersten Sprünge. Wenn er sie sauber ins Wasser bringt, gewinnt er.“
Ein Punkt fehlt dem Briten noch zum Gesamtsieg. Dafür reicht ihm ein zwölfter und letzter Platz beim letzten Stopp der Red Bull Cliff Diving World Series am 12. September in Hilo, Hawaii. Hunt meint dazu nur: „Man weiß nie, was passiert.“
Ergebnis:
1. Gary Hunt
2. Orlando Duque
3. Kent De Mond
4. Michal Navratil
5. Hassan Mouti
6. Cyrille Oumedjkane
(Final Round)
7. Alain Kohl
8. Steve Black
9. Artem Silchenko
10. Eber Pava
11. Slava Polyeshchuk (retired injured)
12. Andrey Ignatenko (retired injured)
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