In München ist er nicht dabei, aber bei der zweiten Station der Red Bull Crashed Ice-WM 2010 in Quebec will Skater-Pro Stefan Horngacher die Favoriten ärgern. Der Salzburger im Interview.
Mit 9 schlüpfte Stefan Horngacher zum ersten Mal in die rollenden Schuhe, mit 23 kürte er sich zum Europameister im Streetskaten. Zwei Jahre später wurde Horngacher bei den RFCC Awards in den USA als zweitbester internationaler Skater ausgezeichnet. Zurzeit tourt der 26-Jährige für seine neueste Videoproduktion durch Nordamerika.
Stefan, du bist bereits bei zwei Red Bull Crashed Ice-Events an den Start gegangen. Was war deine Motivation als Skater-Pro, dich mit knallharten Burschen im Icecross Downhill zu messen?
Ich hab’s mir mal angesehen und eins und eins zusammengezählt: Es ist ja im Prinzip ein Skate-Bewerb auf Eis. Die Typen sind superschnelle Fahrer, haben aber bei den Schanzen Probleme ... Und da hab’ ich meine Chance gesehen.
Und dann hast du begonnen, Eislaufen zu lernen.
Ja, genau. Ich dachte mir, ich eigne mir den Speed auf Eis rascher an, als meine Gegner die richtige Sprungtechnik. Aber Eis ist eben nicht Beton. Es ist abgefahren, rau und schwer zu kontrollieren. Und mit guten Sprüngen gewinnst du noch lange kein Rennen.
Wie trainiert man eigentlich für Crashed Ice? Downhill-Eisbahnen gibt es ja nicht so viele ...
Stimmt, und deshalb kann man eigentlich gar nicht dafür trainieren. Das ist aber okay für mich, da mir das Bergab- und Kurvenfahren sowieso keinen Stress macht. Ich habe eher mit dem Eis an sich Probleme. Da muss ich noch schauen, wie ich meine Muskeln richtig einsetze.
Bei deinem Crashed Ice-Debüt im Februar 2009 in Prag hast du dich auf Anhieb für den Hauptbewerb qualifiziert, im März in der Lausanne-Quali hingegen auf schmerzhafte Weise Lehrgeld bezahlt. Was ist da passiert?
Gleich nach dem Start kam eine Kurve, in die man voll reinpressen musste. Das raue Eis schüttelte uns dort ordentlich durch, man konnte die Fahrt kaum kontrollieren. Blöderweise habe ich auch noch die schlechteste Linie erwischt, bin gestürzt und mit dem Kopf gegen die Bande gekracht. Dabei hat es mir die Lichter ausgeschaltet. Erst einige Sekunden später bin ich aufgewacht und hab’ mich gefragt, wo ich bin.
Das Red Bull Crashed Ice in München am 16. Jänner musst du wegen einer Filmproduktion in den USA auslassen. Wer ist dein Favorit für den WM-Auftakt? Rekordsieger Jasper Felder?
Nein, ich sehe eher die Finnen vorne. Allen voran der verrückte Arttu Pilhainen, der im vergangenen Winter in Quebec gewinnen konnte und in Lausanne knapp hinter Felder Zweiter wurde.
Am 20. März in Quebec bist du jedoch mit dabei. Wie wirst du dich dafür vorbereiten?
Ich werde in der Salzburger Eisarena trainieren, damit ich wieder ein Gefühl für den Untergrund bekomme. Wichtig werden auch Übungen für die Stabilität sein.
Glaubst du, dass du in Zukunft ganz vorne mitmischen kannst?
Ja, sonst würde ich es nicht machen. Wenn ich meine Leistung von Prag und Lausanne vergleiche, dann war da trotz des Sturzes eine Wahnsinnssteigerung. Verläuft die Kurve so weiter, dann bin ich sehr zuversichtlich. Bereits in Quebec ist mein Ziel ein absolutes Top-Resultat.
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