David Lama Red Bull Photofiles

Die Riegersburg in der Oststeiermark galt für lange Zeit als die "stärkste Festung der Christenheit". Kein einziges Mal konnte die Verteidigungsanlage erobert werden, Heerscharen von Türken und Ungarn bissen sich an den Wehrmauern im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne aus. Nicht so David Lama.

Ausnahmetalent David Lama brachte die "Unbezwingbare" im April 2009 doch noch zu Fall. Bewaffnet war der Tiroler dabei allerdings nicht mit Schwert und Rüstung, sondern mit Hüftgurt, Seil und Karabiner - und natürlich mit der nötigen Portion Kraft, Technik und Mut.

Inmitten der sanften Hügellandschaft der Oststeiermark ragt eine markante, graue Erhebung aus der sonst so grünen Natur: die Riegersburg. Vor rund 850 Jahren wurde sie unweit von Graz auf einem 200 Meter hohen Basalttuff-Gesteinsblock errichtet. Als uneinnehmbare Festung hat sie Jahrhunderte lang majestätisch auf dem Vulkankegel gethront und die umliegenden Bewohner vor Angriffen der Türken und Ungarn geschützt. Die wichtigste Bastion im Ostwall wurde kein einziges Mal erobert und bekam so die Bezeichnung "stärkste Festung der Christenheit" verliehen. Genau dort, wo tausende Soldaten an den Wehrmauern zerschellten, hat ein einzelner Mann mit dem Mythos der "Unbezwingbaren" aufgeräumt: David Lama.

Im Rahmen der Eröffnung des Naturkletterparks erklomm der erst 18-jährige Tiroler, seines Zeichens zweifacher Europameister, zweifacher Jugendweltmeister und mehrfacher Weltcupsieger, am 26. April den 70 Meter hohen Westfelsen. Vor den Augen von 600 staunenden Zuschauern machte er anschließend auch vor der Festung nicht halt und bezwang Wehrmauern und Burgtore. Tags zuvor hatte das Ausnahmetalent noch die Staatsmeisterschaften in Graz für sich entschieden, kurz darauf durfte er sich auch die Erstbesteigung des Burgfelsens an die Brust heften: "Es war ein tolles Gefühl für mich. Der Felsen ist hier irrsinnig ausgesetzt und anspruchsvoll. Der Anblick der Burg beim Aufstieg ist ebenso imposant wie der Ausblick über die grünen Hügeln der Oststeiermark." Die Schwierigkeit von Lamas Route stuft er selbst als 7b ein, doch die Wertigkeit liegt für ihn ohnehin wo anders: "Die natürliche Infrastruktur ist in dieser Gegend sehr eingeschränkt. Umso erfreulicher ist es, dass eine solch atemberaubende Kulisse jetzt dem Klettersport zugänglich gemacht wird."


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