Österreichs Beach(volleyball) Boys haben zu alter Stärke zurückgefunden: Bei der WM in Rom erreichten Clemens Doppler und Matthias Mellitzer Platz 9. Am Weg nach Hause bloggt Clemens Doppler über die Hochschaubahn der Gefühle beim Turnier in Italien.
Unsere Gruppe war eine der ausgeglichensten und solidesten bei der WM. Bei keinem Gegner konnte man sicher sein und vielleicht ein bisschen Kräfte sparen. Die ersten zwei Spiele waren wir immer dabei. Geführt und nicht heimgebracht – das war schon in Peking unser Problem. Hier in Rom, bei der WM, geht es vielen Teams so, dass sie den Sack einfach nicht zu machen können.
Vor dem letzten Gruppenspiel war klar: Wir müssen die fünften von Peking, Klemperer/Koreng, 2:0 wegschießen. Selbstverständlich ist das nicht. Wir haben aber Cochones bewiesen und den Deutschen unser Spiel aufzwingen können. Trotz des Erfolgs war es nicht sicher, ob wir aufsteigen dürfen, aber zum Schluss hat es doch gereicht: Wir qualifizierten uns als letztes Team für den KO-Modus.
In der ersten KO-Runde bekamen wir mit Jennings/Wong unser Wunschlos. Wir wussten, die Jungs sind gut, aber sie liegen uns mehr als Kaliber wie Dalhausser oder Emanuel. Unser Spiel gegen die Amis war dann das Schrägste, was ich erleben durfte. Bei 5/10 im dritten Satz ist es normal vorbei. Allerdings: mit Mut zum Risiko, zwei Assen von mir und zwei geblockten Bällen von Melle hat waren wir plötzlich wieder dabei. Wir haben das Glück einfach erzwungen und den Knüller für uns entscheiden.
Im Spiel um Platz 5 ist es dann nicht gelaufen. Was sonst immer gut funktioniert hat, wollte gegen die Dänen Soderberg/Hoyer nicht klappen. Im Endeffekt hatten wir im ersten Satz keine Chance und im zweiten nur einen kurzen Lichtblick gehabt.
Hätte uns wer vor der WM einen neunten Platz vorhergesagt, dann hätten wir dieses Ergebnis mit Handkuss genommen, vor allem nach diesem Saisonstart. Die Top Ten bei einer WM habe ich erst einmal erreicht: 2007 mit dem Pedal (Peter Gartmayer) - das muss man erst einmal schaffen. Im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation ist das enorm wichtig.
Mein Tipp für den Titel heißt Emanuel mit Alison. Vor dem Center Court steht eine Statue von ihm und er holt sich den Titel. Überraschungsduo werden die Letten Plavins Smedins sein - die haben das Potenzial fürs Podium.
Für uns geht es nun in die Heimat. Nächste Woche sind wir auf der Donauinsel und dann warten die Grand Slams.
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