Es ist geschafft! Christian Schiester erreichte nach 225 Kilometern das Ziel der Route of Fire. Nach sechs schmerzhaften Tagen stürmt der Steirer trotz seiner erlittenen Knieverletzung an der Grenze zu Nicaragua als Achter über die Ziellinie.
27.01.2012: Im Ziel!
Ein langer Leidensweg ist heute zu Ende gegangen! Nach vielen schmerzhaften Tagen bin ich mit einem tauben Gefühl in meinem Knie im Ziel angelangt. Somit habe ich unter das Projekt Route of Fire einen Haken gesetzt, auch wenn der Wettkampf für mich nicht glücklich verlaufen ist. Ein achter Platz ist natürlich nicht das, was ich mir erhofft hatte. Aber wieder einmal hat es sich gezeigt: Bei solchen Rennen geht es nicht nur um die Fitness allein, es kann immer alles passieren.
Trotzdem bin ich stolz die Herausforderung bestanden zu haben. Ich musste eben nicht mehr gegen die Läufer, sondern mit der Strecke und mir selbst kämpfen. Ich muss zugeben, die Zweifel waren so groß wie nie, aber am Ende habe ich die Herausforderung angenommen und meine Schlacht geschlagen. Der Schmerz in meinem Knie wird vergehen, aber der Stolz und der Glaube an mich selbst bleiben.
Genauso wie die – trotz der Gefahren – einmaligen Erinnerungen an dieses, wunderschöne Land: Die flammenden Sonnenuntergänge am einsamen Sandstrand, das glitzernde Morgenlicht zwischen den Palmenblättern, spektakuläre Water-Crossings, unzählige, dicht verwachsene Pflanzenarten im tiefen Grün des Dschungels, die markanten, teils aktiven Vulkane, die endlosen, dicht bewachsenen Hügelketten, riesige Kokospalmen und Kakteen, bunte Papageien, exotische Leguane und scheue Affen. Sogar den Schlangen konnte ich am Ende etwas abgewinnen, denn sie haben für etwas Ablenkung in den schmerzhaften Stunden gesorgt.
Diese exotische aber auch gefährliche Natur mit Temperaturen von über 40°C hat uns alles abverlangt. Auch wenn viele aufgeben mussten, durften wir für wenige Tage ein Teil von ihr sein. Diese Erinnerungen haben sich für immer in uns allen eingeprägt. Jetzt wird wieder jeder seine Wege gehen, bis in naher Zukunft das nächste Abenteuer ruft. Der Australier Damon Goerke hat verdient gewonnen. In der Atacama hatte ich das bessere Ende auf meiner Seite. Das macht diesen Sport eben aus. Ich freue mich schon auf weitere Duelle mit diesem großartigen Läufer.
Ich werde mich jetzt noch einige Tage an der Schönheit Costa Ricas erfreuen. Danach geht es wieder ab in das winterliche Österreich. Zur Regeneration werde ich dann wieder in die entspannende Welt der Parktherme Bad Radkersburg eintauchen. Im warmen Thermalwasser wird mir die Umgewöhnung an die eisigen Temperaturen sicherlich leichter fallen. :)
RUN ON und Pura Vida aus Costa Rica
Christian Schiester
Endergebnis Top 10
1. Damon Goerke (AUS) 20:38:02
2. Roiny Villegas (CRC) 21:38:37
3. Chris Barth (CAN) 24:20:30
4. Steve Bremner (USA) 26:09:05
5. Rolando Moreira (CRC) 26:35:19
6. James Breyfogle (USA) 27:40:23
7. Vicente Charpentier (CRC) 27:43:16
8. Christian Schiester (AUT) 28:03:39
9. Fernando Gonzales (CRC) 28:03:53
10. Brent Colwell (USA) 28:09:11
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