Extrem-Läufer Christian Schiester bloggt von seinem Trip durch die Wüste Gobi. Kapitel 6: Endlich am Ziel zieht er Bilanz und verrät, worauf er sich am meisten freut.
Hallo!
Es ist geschafft! Nach all den Strapazen und Entbehrungen, die die letzten Tage mit sich gebracht haben, habe ich heute im Laufschritt die Ziellinie überquert. Das sagt auch schon das Wichtigste aus: im Laufschritt. Ich bin gesund und unverletzt angekommen!
Auch wenn es dieses Mal hart an der Grenze war, habe ich eine weitere Herausforderung bestanden und darf mich am Ende sogar über den zweiten Platz freuen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und dem Ergebnis. Meine Erfahrung und auch das nötige Glück haben mir dabei geholfen, meine Position über die gesamte Distanz gegen starke Gegner zu verteidigen.
Dan Parr, dem Erstplatzierten, muss ich neidlos zu seinem Sieg gratulieren. Er hat jeden Tag einen super Wettkampf abgeliefert und über sechs Etappen keine Schwäche gezeigt. Dieser Mann hat viel Potential, ich hoffe ich werde bei einem anderen Wettkampf noch einmal auf ihn treffen.
Das Abenteuer Wüste ist für mich somit vorbei. Ich habe vier der unwirtlichsten Gegenden auf vier Kontinente durchlaufen und dabei unvergessliche Eindrücke gesammelt: atemberaubende Naturschauspiele, völlig fremdartige Kulturen, ungeheure Strapazen und einzigartige Personen. Diese Erinnerungen kann mir keiner mehr nehmen und lassen mich als Mensch wieder ein Stück wachsen. Ich werde immer positiv an diese Zeit zurückdenken, gleichzeitig geht mein Blick aber schon wieder nach vorn. Mir schwirren bereits die nächsten Ideen im Kopf herum und ich werde die Beine nicht lange ruhig halten. Nach einer Regenerationsphase in Bad Radkersburg werde ich wieder voll ins Training einsteigen und mich auf kommende Herausforderungen vorbereiten. Denn eines steht fest: Diese wird es für mich immer geben, selbst dann, wenn ich irgendwann nicht mehr laufen kann.
Jetzt freue ich ich am meisten auf eine Dusche und eine herrlich weiche Matratze. Natürlich werde ich auch bei Essen und Trinken ordentlich zuschlagen. Tagelang musste ich warmes Wasser und Hirsebrei zu mir nehmen. Ein gutes Gefühl, sich wieder über eigentlich so selbstverständliche „Kleinigkeiten“ freuen zu können. Der Gedanke an meine Familie, die kühlen Wälder Mauterns, ein saftiges Schnitzel und eine ordentliche Brettl-Jausn lassen die Vorfreude auf Österreich immer weiter steigen. Bis Dienstag werde ich aber noch die Vorzüge Chinas genießen und Land und Leute noch näher kennenlernen.
Vielen Dank an alle, die mich auf meinem Weg unterstützen und an mich glauben. Der Weg wird immer weiter gehen und ich werde mir auch weiterhin DIE WELT ERLAUFEN!
Run on,
Christian Schiester
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