Mark Ronson ist Mischpult-Maestro, DJ und Produzent für Soul-Diva Amy Winehouse. Bei der Red Bull Music Academy sprach er über seine Anfänge, Duran Duran und seinen Status als Celebrity.
Amy Winehouse:
Wir haben uns über ihren Manger in L.A. kennengelernt. Für das erste Treffen hatte ich einen ganz einfachen Beat schnell zusammengestoppelt. Sie hatte nur ganz kurz Zeit, kam rein hat ihn sich angehört und ist wieder raus. Ich hab schon geglaubt, sie ruft jetzt ihren Manager an und beschimpft ihn, weil er ihre Zeit verschwendet. In Wirklichkeit hat sie gesagt, sie bleibt noch hier und nimmt mit mir auf.
Im Studio:
Sie wollte auf ihrem Album den typischen Sixties-Soul-Sound haben. Das lustige ist aber, sie hasst Streicher und dieser Sound kommt nicht ohne Streicher aus. Also haben wir alles aufgenommen und ich habe auf eigene Kosten die Streicher gebucht. Erst beim letzten Mixdown hab ich ihr die volle Version vorgespielt. Sie schwieg zwei Minuten und nachdem ich schon das Schlimmste befürchtet hatte, fiel sie mir um den Hals.
Die Anfänge:
Ich wollte eigentlich Musik-Journalist werden, hab es dann gelassen, weil ich nicht den Mut hatte, schlechte Reviews zu schreiben. Musikalisch hatte ich eine Band. Wir waren furchtbar! Spielten sowas wie Funk-Rock. Das war damals das Ding. Lenny Kravitz oder Living Colour. Einige Gigs in Bars und das war’s auch schon wieder. Irgendwann hab ich dann begonnen, Platten zu sammeln und das DJing hat mir viel mehr Spaß gemacht.
Erste Produktionen:
Ich hatte mir als DJ einen Namen gemacht und das Management von Nikka Costa wollte, dass ich ein Album für sie mache, das wie meine DJ-Sets klingt. Sie hat einen Rock-Background und ich hab das mit einem Beat unterlegt, den ich im Stil vom DJ Premier gemacht hatte. So entstand „Fly like a Feather“. Es war sehr lustig, denn als ich die Platte das erste mal auflegte, war DJ Premier da und fragte mich sofort was das ist. Ich hatte schiss, dass er wütend wird, weil ich ihn so gut kopiert hatte. War er aber nicht.
Duran Duran:
Das sind totale Jugendhelden von mir und ich produziere im Moment ihr neues Album. Für mich ist das eine große Umstellung, weil die natürlich keine Soul-Streicher brauchen. Ich hab sie dazu gebracht, das alte Equipment auszugraben, das sie damals vor 20 Jahren verwendeten. Jetzt bin ich selber total auf die alten Synthesizer reingekippt und das hört man auch auf meinem neuen Album „Business“.
Versions:
Ich bin ein großer Radiohead-Fan und hatte einfach die Idee, deren Musik in einen anderen Kontext zu stellen. Über Gabriel Roth, sein Studio und die Dapp Queens haben wir dann die ganzen Cover-Versionen eingespielt. Die Leute lieben es, bekannte Songs in einem neuen Gewand zu hören.
Celebrity DJ:
Ich weiß gar nicht, was so ein Celebrity-DJ ist. Ich wurde einfach als DJ immer wieder bei wichtigen Parties gebucht. Mein Stiefvater ist ein bekannter Musiker (Gitarrist von Foreigner, Anm.) und meine Schwester taucht auch immer wieder in den Klatschspalten auf. Ich hatte schon einmal überlegt, das DJing eine Weile lang sein und Ruhe einkehren zu lassen, aber es macht einfach viel zu viel Spaß.
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